Die Deutsch Israelische Gesellschaft und ihre Probleme mit Israel

maedchen-in-jerusalem(Links eine Aufnahme aus dem „zionistischen Gebilde“, in diesem Fall der Jerusalemer Altstadt 2014) Unter der Überschrift

„Gedanken über eine mögliche Lösung des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern, ein Diskussionsbeitrag, Juni 2016“

veröffentlichte das Magazin der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft (DIG) in der Ausgabe 03/2016 ([1] einen „Diskussionsbeitrag“ von Wolfgang Kornblum, einem kürzlich verstorbenen langjährigen DIG-Mitglied aus Baden-Baden.

Liest man den Artikel von Wolfgang Kornblum ganz durch, so fragt man sich, warum der Autor eigentlich „langjährig“ Mitglied der DIG war. Er hätte genauso gut Mitglied des Instituts für Palästinakunde in Bonn sein können, wo man sich laut Satzung für die „Völkerverständigung zwischen Deutschland und Israel/Palästina, Demokratie, Frieden und Menschenrechte im Nahen Osten“ einsetzt, in Wahrheit aber

das fiktionale „Existenzrecht“ Israels als vermutlich wirkmächtigstes PR-Stunt der zionistischen Propaganda

bezeichnet ([2]). Wie komme ich zu diesem Schluß? Dazu muß man sich den Artikel etwas genauer ansehen. Liest man ihn zunächst einmal vollständig durch, so stellt man fest, daß er eigentlich eine einzige Zumutung ist für jemanden, der selbst Mitglied der DIG ist und deren Leitsätze bejaht. Wie z.B. diesen Leitsatz hier:

Die DIG engagiert sich für einen Frieden im Nahen Osten, der die Lebensfähigkeit Israels dauerhaft sichert. Sie tritt für eine Verständigung zwischen allen Völkern der Region ein und wendet sich entschieden gegen all diejenigen Kräfte innerhalb und außerhalb der BRD, die Israels Lebensrecht als jüdischer Staat bestreiten.

Außerhalb wie innerhalb der BRD gibt es natürlich nicht wenige „Kräfte“, die sich wünschen, die Nazis hätten ein wenig mehr Erfolg mit der Judenvernichtung gehabt. Der Autor des Artikels im DIG-Magazin 03/2016 gehört natürlich nicht zu diesen Kräften. Aber was er dort schon am Anfang seines Artikels schreibt:

Eines der Kernprobleme, das nach meiner Überzeugung dringend gelöst werden müsste, ist der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Daran müsste auch Israel ein großes Interesse haben, denn es gibt nach meiner Auffassung für Israel keine größere Sicherheit als ein friedliches Zusammenleben mit seinen Nachbarn.

erinnert doch nur zu sehr in Sprache und Diktion an einen Mitarbeiter des „Freitag“, den Henryk M.Broder in einem Artikel auf der WELT zitiert ([3]):

„Das Problem, welches mit der Gründung Israels einherging, ist nicht nur ein Problem der Palästinenser. Nein, es ist ein weltweites Problem … Erst wenn das zionistische Gebilde der Vergangenheit angehört, wird der Weltfrieden zur Gegenwart und die Hoffnung die Zukunft.“

Neben dem Beschwören eines „Ausgleichs auf Augenhöhe“ fordert DIG-Mitglied Kornblum eine „territoriale Trennungslinie, die im wesentlichen der Grenzlinie vor dem Sechstagekrieg entspricht.“ Auch diejenigen Teile von Ostjerusalem, die vor dem Sechstagekrieg nicht zu Israel gehörten, möchte Wolfgang Kornblum gerne den Palästinensern übergeben.

Solche Forderungen erinnern mich an die Wünsche gewisser rechtsradikaler Deutscher nach einem Deutschland in den Grenzen von 1937 – so als wenn der Krieg der Alliierten gegen Deutschland ein „ungerechter“ Krieg gewesen sei und deshalb der Zustand von vor 1939 wiederhergestellt werden müsse. Das ist natürlich gelinde gesagt schwachsinnig und wird auch von den meisten Beobachtern des Zeitgeschehens so beurteilt – nur bei Israel und seinen angeblich „unberechtigten Angriffskriegen“ sieht man das anders.

Der Autor Kornblum gehört offensichtlich zu jenen Zeitgenossen, denen nicht bewußt ist und die davon auch nichts hören wollen, daß der Sechstagekrieg (5.-10. Juni 1967) ein Verteidigungskrieg des Staates Israel gegen die ihn umgebenden arabischen Staaten war, die nichts anders als seine Vernichtung wollten. Dafür gibt es zahllose Belege, ich führe hier nur einen Hinweis aus der Dokumentation [4] an:

In den Wochen vor dem Krieg bildete sich eine breite Koalition von arabischen Staaten. Der ägyptische Präsident Nasser verkündete am 30. Mai 1967:
„Die Armeen Ägyptens, Jordanien, Syriens und des Libanon stehen einsatzbereit an den Grenzen Israels …, während hinter uns die Armeen des Irak, Algeriens, Kuwaits, des Sudan und der gesamten Arabischen Nation stehen …die Stunde der Entscheidung ist gekommen.“

Es ist mir ein Rätsel, wie der Autor dieser „Gedanken über eine mögliche Lösung“ es fertigbringen konnte, als ausgewiesenes Mitglied der DIG (und damit per Definitionem als Freund und Unterstützer Israels) zum Thema Grenzlinie nach dem Sechstagekrieg eine Position beziehen konnte, die ebenso von Teilen der deutschen linken wie rechten Israelhasser vertreten wird. Diesen Leuten kann man immer nur raten, sich die Taten und Aussagen arabischer Politiker aus den Monaten vor dem Juni 1967 anzusehen:

„Wir beabsichtigen einen grundlegenden Angriff auf Israel. Dies wird ein totaler Krieg sein. Unser primäres Ziel wird es sein, Israel zu zerstören.“
(Gamel Abdel Nasser, Staatspräsident Ägyptens, 26. Mai 1967)

Die Vorgeschichte des Sechstagekrieges ist ausreichend dokumentiert. Es ist daher gelinde gesagt unverständlich, wie man in einem Artikel des monatlich erscheinenden „DIG Magazins“ (Zeitschrift der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft, Nr.3, 2016/5776) ohne Kommentar solche israelfeindlichen Ansichten publiziert.

Ich will aus dem Artikel von Kornblum nur noch einen Teil herausgreifen, der bezeichnend für seine Sicht des ganzen „Nahost-Problems“ ist. Er empfiehlt z.B. eine „Aufgabe der Blockade des Gazastreifens“ und eine „Wiederzulassung des freien Handels“. Interessant! Verhungern im Gazastreifen also täglich unzählige von unschuldigen friedlichen Bürgern aufgrund einer Blockade der israelischen Imperialisten?
Davon kann allerdings keine Rede sein [5] :

Täglich passieren 800 bis 1.000 Lastwagen den Grenzübergang Kerem Schalom von Israel in den Gazastreifen mit Brennstoff, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Tierfutter. Sogar Baumaterial wird in das Gebiet transportiert, solange sich die dort tätigen internationalen Organisationen verpflichten, Zement und Metalle nicht an die Hamas weiterzugeben.

Wie man da als „langjähriges Mitglied der DIG“ noch von einer „Blockade des Gazastreifens“ reden kann, ist mir nicht ganz klar. Aber vielleicht hat das etwas damit zu tun, daß manche Mitglieder der DIG zu sehr durch ihre christliche Religion beeinflußt sind. Das führt dann zu solchen Kniefällen vor dem Islam wie hier in Jerusalem [6]:

berlink1

Bischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx legen christliches Kreuz für den Islam ab….
Neben christlichen Stätten besuchten sie auch den islamischen Felsendom am Jerusalemer Tempelberg. Auf den Bildern von dort ist zu sehen, beide haben ihr christliches Kreuz, das sie sonst immer tragen, abgelegt. Bedford-Strohm begründete diese Verleugnung des Kreuzes mit dem „Respekt“ gegenüber dem moslemischen Gastgeber, der das so gewünscht habe.

Anmerkungen und Links

[1] DIG MAGAZIN, Zeitschrift der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Nr. 3 2016/5776
[2] Institut für Palästinakunde
[3] Es gibt ja genug Gründe, uns Juden nicht zu mögen: Henryk M. Broder in der WELT
[4] Der Sechstagekrieg, eine Dokumentation der israelischen Botschaft Berlin
[5] Blockadebrecher von israelischer Marine gestoppt
[6] Bischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx legen christliches Kreuz für den Islam ab

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Mathematik zahlt sich aus – oder wie Logik das Affiliate-Marketing beflügelt

(Beitrag von Vincent Winterhager) Mathematik muss nicht spröde Theorie sein. Von der Einführung des Personal Computer bis hin zu Google bestimmen “Nullen und Einsen”, wie wir Inhalte erstellen und suchen. Vor kurzem habe ich gemeinsam mit meinem Vater (Inhaber dieses Blogs) ein mathematisches Verfahren entwickelt, das jedes Produkt mit Hilfe von Metadaten aus dem Internet benoten kann. Eine Funktion, die im Meer der Online-Produktportale ein Novum ist.

Eine kurze Einführung in die Thematik Affiliate-Marketing ist zu Beginn unabdingbar.
Der erste Begriff Affiliate bedeutet so viel wie “verbinden”, oder “assoziieren”. In diesem Kontext ist eine Verbindung gemeint zwischen Bloggern und Website-Betreibern mit kommerziellen Anbietern, die wie auch immer geartete Produkte anbieten. Diese Produkte werden auf der eigenen Seite eingebunden und beworben. Für eine Weiterleitung zum Partner-Portal wird eine Provision ausgezahlt.

Der zweite Begriff Marketing ist in diesem Zusammenhang jenes Prinzip, das die Optimierung und den Erfolg dieser Partnerschaft zum Ziel hat.
Nun ist dieses Konzept durchaus beliebt, denn mit geringem Startkapital und wenig bis kaum vorhandenen Programmierkenntnissen lässt sich eine passive Einkommensquelle aufbauen. Viele Menschen sehen im Konstrukt Affiliate-Marketing einen Gewinn an örtlicher und zeitlicher Freiheit, die ihre herkömmliche Beschäftigung nicht bieten kann. Also haben wir es hier mit der Erlösung von finanzieller Abhängigkeit, mit dem Traum einem von Konventionen gelöstem Leben zu tun?

Nun ja, eine große Anzahl von Menschen scheint dieser Meinung zu sein. Dies ist nicht zuletzt auf die Selbst-Vermarktung von sehr erfolgreichen Online-Unternehmern zurückzuführen, die nicht mehr die unternehmerische Idee als solche in den Mittelpunkt stellen, sondern das Lebenskonzept von “unabhängigen” Online-Marketern in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

Nachhaltiges Affiliate-Marketing

Dieses Konzept geht jedoch nur dann auf, wenn die Anzahl der Affiliate Marketer begrenzt ist und die vermittelten Inhalte einem gewissen Qualitätsanspruch gerecht werden. Durch die immense Popularität von Affiliate Marketing ist es fraglich, ob diese Idee langfristig Bestand haben wird. Und wenn sie Bestand haben sollte, dann nur mit Hilfe von sehr guten Inhalten und nützlichen Funktionen für den Benutzer.

In dieser Kontroverse stehen sich die Pole der Online Welt gegenüber. Auf der einen Seite stehen die Suchmaschinenbetreiber, auf der anderen Seite Amazon & Co. Online-Shops wie Amazon können ihren Umsatz durch Affiliates signifikant erhöhen und haben folglich ein großes Interesse am Wachstum dieser Branche. Andererseits haben Suchmaschinen nur dann Erfolg, wenn die Ergebnisse für den Benutzer eine hohe Relevanz aufweisen. Wenn die erste Google-Seite von Affiliate-Webseiten dominiert wird, hat Google seine Funktion nur bedingt erfüllt. Affiliate-Seiten können dem Benutzer durchaus weiterhelfen, sind zumeist aber mehr am wirtschaftlichen Erfolg als am Verbraucherschutz interessiert.

Notenverfahren

An dieser Stelle setzt die Mathematik ein. Mehrwert kann man durch verschiedene Funktionen bieten: Produktfilter, Vergleichstabellen, oder ein Blog über die Produktkategorie. Um den Kunden im Dschungel der Informationen eine Orientierung zu bieten, haben wir ein Benotungsverfahren entwickelt. Nominelle Bewertungen sind per se nichts Neues, man findet sie immer wieder in Produkt-Portalen. In der Regel sind diese Werte aber beliebig gesetzt und nicht das Ergebnis einer differenzierten Berechnung.

Über die Schnittstelle von Amazon lassen sich alle wichtigen technischen Daten eines Produkts auslesen. Einige müssen manuell beim Hersteller erfragt werden. Nun haben wir eine Anzahl von Werten mit verschiedenen Maßeinheiten, die wir auf eine Notenskala abbilden möchten. Ein bisschen Überlegung und Mathe-Grundkenntnisse aus der Oberstufe führten zu folgendem Verfahren:
Um dem Verbraucher eine Orientierung zu geben, hat jedes Produkt eine Gesamtnote. Es werden Noten zwischen eins und drei mit zwei Nachkommastellen vergeben.
Die Gesamtnote ist der Durchschnittswert der Noten pro Kategorie, die ebenfalls auf der Produktseite abgerufen werden können. Bei den Noten handelt es sich um eine Abbildung der tatsächlichen technischen Details des Produkts auf eine Notenskala.
Nun werden pro Kategorie ein minimaler Wert und ein maximaler Wert bestimmt, um eine Einordnung des Produktwertes zu ermöglichen. Die Differenz zwischen dem minimalen und dem maximalen Wert bildet den Wertebereich der Produktwerte. Ein Produktwert (zum Beispiel 1 Watt in der Kategorie Leistung) wird im Folgenden als Einheit bezeichnet.
Um verschiedene Maßeinheiten zu vergleichen, wird ein Notenwert pro Einheit (N1) gebildet. So kann jede Einheit in Notenform abgebildet und verglichen werden. Bei einer Notenskala von 1-3 berechnet sich N1 wie folgt:

vini1

Im nächsten Schritt werden die Noten pro Kategorie berechnet. Hier gibt es zwei Fälle: Der niedrigste Produktwert ist der beste Wert (z.B. Gewicht), oder aber der höchste Produktwert ist der beste Wert (z.B. Leistung).
Der erste Fall berechnet sich so:

vini2

Der zweite wird wie folgt ermittelt:

vini3

Nk = Note Kategorie
U = Produktwert
N1 = Notenwert pro Einheit
Min = Minimaler Produktwert
Max = Maximaler Produktwert

Nach der Abbildung der Produktwerte auf eine Notenskala werden die Ergebnisse der gewichtet. Abhängig von der Empfehlung (Testsieger, Leistungs-Empfehlung, Preisempfehlung) wird die Gewichtung ausgerichtet. Diese Methode können Sie in der Praxis auf meiner Seite anschauen.

Fazit

Dieses zugegebenermaßen nicht sonderlich komplizierte Verfahren ermöglicht dem Benutzer, einen schnellen Überblick zu gewinnen und sich für das richtige Produkt zu entscheiden. Sicherlich bildet diese Berechnung kein Äquivalent zu den Benotungen von Stiftung Warentest. Im Vergleich zu willkürlich vergebenen Zahlen auf anderen Seiten bietet dieses Verfahren jedoch eine transparente und sinnovolle Orientierung. Ich sehe es als Beitrag zu einer Branche, die sich oft viel zu sehr auf Suchmaschinenoptimierung konzentriert und völlig vergisst, was wirklich zählt: dem Kunden das beste Produkt zu empfehlen.

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Heroischer Widerstand gegen die AFD

berlink1Am Samstag, dem 01.Oktober 2016, traten weibliche und männliche Aktivist*innen aus der Berliner Linken-Szene zum Kampf gegen „rassistische Rechtspopulisten“ der AfD im Stadtteil Pankow an. Dabei richtete sich ihr Protest natürlich nicht nur gegen Rechtspopulisten, sondern auch gegen Rechtspopulist*innen an, allerdings ist diese Form der Geschlechter-Gleichbehandlung bei unseren Linken verpönt, weil Frauen (und die vielen anderen nicht-männlichen Gechlechterformen) ja grundsätzlich nie „rechts“ sind, sondern fortschrittlich, selbstbewußt und mindestens auch sozial engagiert.

Daß die bei solchen Aktionen auftretenden Menschen sich gerne als „Aktivisten“ bezeichnen, ist übrigens auch kein Wunder: schon in der ehemaligen DDR gab es ja haufenweise Aktivisten, also „Werktätige, die bei der Erfüllung des Planes außerordentliche Leistungen vollbringen und dafür mit dem staatlichen Titel Aktivist der sozialistischen Arbeit geehrt“ wurden (siehe [4]).

Etwa 30 dieser „Aktivist*innen“ (welchen Geschlechtes auch immer) haben an diesem 1.Oktober 2016 in Berlin einen Wahlstand der AfD symbolisch zugemauert. Als Ziel gaben sie an: den AfD-Stand als „rassistischen Tatort“ markieren.

Ihre heroische Tat wurde gleich nach Vollendung auf Youtube publiziert. Dort sehen wir einen Julius Wagner, der mit einem Dauerlächeln ausgestattet über die seiner Meinung nach „gelungene Aktion“ berichtet:

Julius Wagner: Nationalismus ist keine Alternative
Wir haben heute die AfD auf dem Panke-Fest symbolisch eingemauert und als Tatort Rassismus markiert.
Wir rufen dazu auf, vor den Wahlen mit Aktionen gegen die AfD zu agieren. Am nächsten Wochenende wird es dazu ja unterschiedliche Aktionen geben. Das sollte heute der Auftakt sein.

berlin2

Wir sind heute zum Stand gegangen und haben vor dem Stand eine symbolische Pappmauer aufgebaut, Flyer verteilt und Sprüche gegen die AfD gerufen.
Die Mitglieder sind dann sofort agressiv geworden, haben die Mauer umgestoßen, haben die Antifas weggeschubst.
Wir sind darüber eigentlich etwas verwundert, weil wir eigentlich sehr friedlich waren.

Mitglieder der Rechtspartei reagierten aggressiv und griffen die Aktivisten an ( [2])

Das zeigt aber, daß die AfD es nicht einmal akzeptieren kann, wenn wir ihnen eine Pappmauer vor die Nase setzen und sie als rassistische Brandstifter markieren, während sie an den europäischen Aussengrenzen Mauern errichten wollen und den Schießbefehl durchsetzen.

Anmerkungen und Links

Hier der Text zum Film auf Youtube:

Eine Hand schnellt vor und packt einen ganz in weiß gekleideten Aktivisten am Hals und schleudert ihn weg. Laute Rufe »Nationalismus raus aus den Köpfen« ertönen, als Freunde zu Hilfe eilen und den Aktivisten aus den Fängen des AfD-Mitglieds befreien.

Diese Szene spielte sich am Wochenende in Pankow/Berlin ab, als etwa 30 Aktivisten symbolisch eine Mauer vor einem AfD-Wahlstand errichteten. Ihr Ziel: den Ort als einen »rassistischen Tatort« markieren.

Wenige Minuten vor dem Zusammenstoß hatten sich die in Maleranzügen vermummten Aktivisten des Bündnis »Nationalismus ist keine Alternative« mit Pappkartons, Flyern und Megafon ausgerüstet, Richtung dem Wahlstand auf dem Panke-Fest aufgemacht.

Dort stellten sie sich vor die Rechtspopulisten, errichteten ihre Pappmauer, sammelten die AfD-Flyer von Passanten ein und versprachen diese ordnungsgemäß zu vernichten. »Wir glauben, dass es nicht mehr reicht, die AfD nur zu ignorieren. Besonders nach dem Wahlerfolg bei den Mecklenburg-Vorpommern-Wahlen. Wir glauben, dass es jetzt wichtig ist, aktiv zu werden und die AfD in ihrem Handeln zu behindern.«

Der Protest fand eine Woche vor den Wahlen in Berlin statt, bei der die AfD mit 15 Prozent droht in den Landtag einzuziehen.

Die AfD-Mitglieder reagierten sehr gereizt auf den Protest und griffen einzelne Aktivisten mit an, dass obwohl die Aktivisten deutlich signalisierten keine Gewalt gegen die rechten Parteimitglieder anzuwenden.

Nach wenigen Minuten löste sich der Protest auf und die Aktivisten entschwanden in alle Himmelsrichtungen.

[1] Berliner Antifa „wehrt“ sich gegen AFD
[2] Neues Deutschland: Mauer vor AfD-Wahlstand errichtet
[3] AfD-Wahlparty Crashen!
[4] Wikipedia: Aktivist
[5] Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2016
[6] Zentrale Einheitsfeier Dresden Brandanschlag auf Polizeiautos
[7] neues deutschland: Mauer vor AfD-Wahlstand errichtet

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Berliner Gruppe „FOR-Palestine“ propagiert die Abschaffung des Staates Israel

akw-abschaltenWie jedes Jahr zum 1.Mai gab es auch 2016 in Berlin wieder viele Aktivitäten zum „Tag der Arbeit“. Z.B. hier in Kreuzberg, wo sich die ganze bunte Vielfalt der Berliner Arbeiterbewegung zeigte: Anti-Atomkraft-[3], Frauen- und Lesbenbewegung, Windkraft-Bewegte und viele, viele Nachhaltigkeits-Befürworter_*Innen waren am Mariannen-Platz versammelt, um der Welt zu zeigen, daß es in Deutschland neben Rassist_Innen, Faschist_Innen und Rechtsradikalen auch friedliche Menschen gibt.

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Wer wollte, konnte Bücher von Sarah Wagenknecht oder Volker Pispers kaufen, um sich im Kampf gegen die Feinde der Arbeiterbewegung die richtigen Argumente anzueignen. Das ist deshalb besonders hervorzuheben, weil ja beide Personen von unseren offiziellen Medien boykottiert werden, weder im Fernsehen noch im Rundfunk findet man noch Beiträge von ihnen, und so war es kein Wunder, daß ihre Bücher an mehreren Ständen auslagen und von vielen Besuchern gekauft wurden.

2016-05-01_15-30-21kFür all diejenigen unter uns aber, die sich Sorgen um Palästina und die dort von den Israelis verfolgten Menschen machen, gab es hier am Mariannenplatz genügend Stände, die sich dieses Themas mit großem Engagement annahmen. Zu den Menschen, die für ein freies Palästina warben und das auch deutlich durch ihre Kleidung demonstrierten, gehörte auch dieser freundliche junge Mann, der mir, ohne daß ich ihn dazu aufgefordert hätte, seinen Rücken zeigte, damit ich den Satz auf seinem T-Shirt insgesamt sehen konnte:

Palestine will be free – from the river to the sea.

Ein wenig erinnerte mich das an die Rede vom „judenfreien Deutschland“, für das man vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland „nachhaltig“ geworben hatte.
2016-05-01_15-30-25kUnter den „fortschrittlichen“ politischen Gruppierungen in Berlin, die sich für ein möglichst judenfreies Palästina engagieren, gibt es aber noch eine besonders aktive Gruppe namens FOR-Palestine (http://for-palestine.org/de/). Diese Gruppe befindet sich im antirassistischen Bündnis „My Right is your Right“ [2]in guter Gesellschaft: zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt, dem „Bündnis gegen Rassismus“, dem „Flüchtlingsrat Berlin“, der „Lesbenberatung“ und dem „Grips-Theater“ (es gehören noch mehr dazu, z.B. das Maxim Gorki Theater, die Schaubühne und das Deutsche Theater).

Wofür werben nun diese „FOR-Palestine“-Leute? Hieß es früher unter den Nazis noch einfach “Juden raus aus Deutschland!“, so formulieren die revolutionären, internationalistischen und fortschrittlichen FOR-Palestine-Mitglieder eleganter:

„Die Rückkehr der Vertriebenen geht einher mit der Abschaffung der zionistischen Kontrolle, sprich die Abschaffung des Staates Israel samt seines Systems der Privilegien.“ ([4])

Solche Sprüche, das muß ich zugeben, erinnern stark an vergangene Zeiten in Deutschland, nur werden sie in einer anderen Sprache formuliert, wie man an dem folgenden Zitat ([1]) besonders gut sieht:

Die Kolonisierung Palästina durch den Zionismus hat Jahrzehnten vor dem zweiten Weltkrieg angefangen. Die zionistischen Migrant*innen, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach Palästina kamen, haben eine Ideologie für die Kolonisierung des Landes entwickelt – „Kibush Ha´avoda“, Besatzung der Arbeit. Nach dieser Ideologie sollte die Arbeit selbst im Palästina durch den Zionismus übernommen werden, die lokale palästinensische Arbeit durch die vom Zionismus sogenannte „Hebräische Arbeit“ ersetzt werden. Diese Idee wurde mit verschiedenen Mitteln verfolgt: durch Kauf palästinensischen Landes, durch die Verhinderung, auch mit Gewalt, palästinensischer Arbeiter*innen an der Arbeit teilzunehmen, oder durch das Bringen jüdischer Arbeiter*innen aus muslimischen Ländern, mit dem Gedanke, dass sie als nicht-Europäer besser arbeiten können, und trotzdem aber keine Palästinenser*innen sind.

Es ist, als gäbe es in gewissen links-radikalen Kreisen eine Art Joseph Goebbels, zu dessen Aufgaben die Kontrolle sämtlicher Texte auf geschlechtergerechte Formulierung gehört. Allerdings nicht nur das. Sucht man nach einem übergreifenden Merkmal all dieser Texte auf irgendwelchen linken Webseiten, so findet man neben den sprachfeministischen Fanatikern besonders häufig Texte von Israel-Hassern. Irgendwie scheint das alles gut zusammenzupassen.

Anmerkungen und Links

[1] Redebeitrag auf dem internationalistischen Block der revolutionären 1. Mai Demo
[2] Demonstration von „My Right is Your Right!“ am Globalen Tag gegen Rassismus (20.03.2016)
[3] ausgestrahlt.de
[4] Berliner Tagesspiegel am 19.03.2016: Antisemitismus-Vorwurf vor antirassistischer Demo

2016-05-01_14-58-28k

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Das Bundeswehrattraktivitätssteigerungsgesetz

Heute las ich in Henryk Broders neuem Buch „Das ist ja irre“ zum ersten mal etwas über ein Gesetz, das den irren Namen
Bundeswehrattraktivitätssteigerungsgesetz
(Kurzform BwAttraktStG) trägt. Zunächst dachte ich, Broder hätte sich den Namen nur ausgedacht, um Ursula von der Leyen lächerlich zu machen, aber ich mußte dann nach einem Blick auf Wikipedia akzeptieren: dieses Gesetz gibt es wirklich.

Bevor wir auf die eigentliche Absurdität dieses Gesetzes zu sprechen kommen (die mit seinem Namen nur entfernt zutun hat), möchte ich betonen, daß das BwAttraktStG keinesfalls die Spitze des Eisbergs der Verrücktheiten aus der Fachsprache der Verwaltungsjuristen darstellt. Da gibt es noch ein paar Stufen höher Bezeichnungen wie

Das Absurde an diesem BwAttraktStG ist aber nicht der Name, sondern sein Zweck und der Zeitpunkt seines Inkrafttretens (23.Mai 2015). Denn wodurch wurde die öffentliche Diskussion über die Bundeswehr in den Monaten zuvor bestimmt?
Es waren

  • das G36-Sturmgewehr, das bei Erwärmung durch Dauerfeuer wie auch bei wechselnden Außentemperaturen gerne mal daneben schießt,[15]
  • Hubschrauber des Typs NH90, die Triebwerksprobleme hatten und notlanden mußten,[14]
  • Maschinengewehre des Typs MG3, die Rissbildungen in den Blechgehäusen bekamen, so daß dieser Typ nun durch ein neues Gewehr, das MG5 von Heckler&Koch, ersetzt werden soll, [12]
  • 1215 MG5, die man im März 2015 bei Heckler&Koch bestellt hatte(für schlappe 20 Millionen Euro, insgesamt sollen es 200 Millionen werden), doch schon jetzt gibt es Beschwerden über die Schießgenauigkeit, [13]
  • das Scharfschützengewehr G22: da beschwerte sich die Bundeswehr über die geringe Lebensdauer der Originalläufe, [12]
  • der Schützenpanzer Puma: der sollte mal so stark gepanzert sein wie ein Kampfpanzer, dann hätte er aber 50 bis 70 Tonnen gewogen und wäre somit zu schwer für einen Lufttransport ins Ausland gewesen, also mußte er nachträglich abgespeckt werden, [11]
  • der Kampfjet „Eurofighter“: bei ihm werden regelmäßig alle paar Monate schwerwiegende Probleme bei der Produktion gemeldet, [10]
  • die Gefechtshelme, bei denen ’ne Schraube locker war [9].

Ursula von der Leyen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (beachten Sie in den folgenden Gesetzesauszügen die Auswüchse von geschlechtergerechter Sprache!) täten also gut daran, die Ausrüstung der Bundeswehr zumindest so weit zu verbessern, daß das Gerät bei einer Vorführung anläßlich des Empfangs eines Staatspräsidenten aus dem Ausland einigermaßen funktioniert.

Statt dessen aber tritt am 23.Mai 2015 das Bundeswehrattraktivitätssteigerungsgesetz in Kraft, das in der

Verordnung über die Teilzeitbeschäftigung von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr (Soldatinnen- und Soldatenteilzeitbeschäftigungsverordnung – STzV)

den Antrag auf familienbedingte Teilzeitbeschäftigung neu faßt.

In der alten Fassung sah der erste Teil dieses Antrags so aus:

Mit der Antragstellung ist darzulegen, dass mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder eine pflegebedürftige sonstige Angehörige oder ein pflegebedürftiger sonstiger Angehöriger tatsächlich zu betreuen oder zu pflegen ist. Die Pflegebedürftigkeit einer oder eines sonstigen Angehörigen ist durch ein ärztliches Gutachten nachzuweisen.

Und was ist daraus geworden, nachdem Ursula sich das angesehen hat? Dieses:

„(1) Im Antrag auf familienbedingte Teilzeitbeschäftigung (§ 30a Absatz 1 Satz 2 des Soldatengesetzes) ist darzulegen, dass mindestens ein Kind unter 18 Jahren, eine pflegebedürftige sonstige Angehörige oder ein pflegebedürftiger sonstiger Angehöriger tatsächlich zu betreuen oder zu pflegen ist. Teilzeitbeschäftigung zur Betreuung oder Pflege mindestens eines Kinds unter 18 Jahren kann von beiden in einem Wehrdienstverhältnis stehenden Elternteilen beantragt werden. Beantragt werden kann eine anteilige, jeweils alleinige oder gemeinsame Teilzeitbeschäftigung.“

Na also! Der Nachweis der Pflegebedürftigkeit durch ein ärztliches Gutachten war doch reine Schikane des Gesetzgebers! Und das schöne ist jetzt ja auch, daß gleich beide, die Soldatin und der Soldat (die entweder schlicht verheiratet sind oder in einer Lebenspartnerschaft leben), auf Teilzeit gehen können. Eine saubere Lösung! Nur eins fehlt da noch:

Dürfen auch 2 lesbische Soldatinnen, die ein adoptiertes Kind gemeinsam erziehen, eine Teilzeitbeschäftigung zur Betreuung oder Pflege dieses Kindes beantragen?

Anscheinend nicht, sonst hätte man diese Möglichkeit im neuen Gesetz erwähnen müssen. Schlimm, da werden ja Menschen ausgegrenzt! Das wäre doch eine gute Möglichkeit für die GRÜNEN, einen Antrag auf Erweiterung des BwAttraktStG im Bundestag einzubringen.

Nehmen wir ein weiteres Beispiel: wer als Angehöriger gilt, den man in der Teilzeit betreuen darf, wird genauestens festgelegt. In der alten Fassung der STzV (falls Sie nicht mehr wissen, was damit gemeint ist: Soldatinnen- und Soldatenteilzeitbeschäftigungsverordnung) fallen darunter z.B.

Ehepartnerinnen und Ehepartner der Geschwister und Geschwister der Ehepartnerinnen und Ehepartner

Aber nur diese. Das aber mißfiel der Verteidigungsministerin und ihren Helfern aus den diversen Amtsstuben, denn da fehlten doch eindeutig die Lebenspartnerinnen und Lebenspartner! Was wurde also im neuen Gesetz aus dieser alten Passage?

Ehepartnerinnen und Ehepartner der Geschwister, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner der Geschwister, Geschwister der Ehepartnerinnen und Ehepartner und Geschwister der Lebenspartnerinnen und Lebenspartner“

Wunderbar! Jetzt kann z.B. eine lesbische Soldatin, die mit einer bisexuellen Soldatin verLebensPartnert ist, deren behinderten schwulen Bruder betreuen. Montags bis mittwochs schießt sie mit dem G36 und verbrennt sich dabei die Hände, den Rest der Woche ist sie „auf Teilzeit“ und ärgert sich über den 2. Partner ihrer bisexuellen Lebenspartnerin, der in der freien Wirtschaft arbeitet und keine Zeit zur Betreuung des behinderten Bruders hat.

Wenn das nicht ungerecht ist!

Aber eigentlich sollte die Bundeswehr ja in der Lage sein, die Bundesrepublik Deutschland bei einem Angriff von außen zu verteidigen. Verfolgt man die Meldungen über Serien von Ausrüstungspannen bei Panzern, Sturmgewehren und Hubschraubern (um nur mal drei zu nennen!) und schaut sich dann dieses
Bundeswehrattraktivitätssteigerungsgesetz an, so könnte man wie Henryk M.Broder auf die Idee kommen, die Bundeswehr gleich ganz abzuschaffen:

Man könnte sie natürlich auch abschaffen, das Verteidigungsministerium auflösen, und durch einen Anrufbeantworter ersetzen: „Liebe Angreifer, bitte beachten sie, wir haben soeben kapituliert. Machen Sie es sich bequem und achten Sie bitte auf Ihren CO2-Fußabdruck.“

Anmerkungen und Links

[1] Henryk M. Broder: Das ist ja irre! Mein deutsches Tagebuch
[2] Bundeswehr-Attraktivitätssteigerungsgesetz
[3] Rindfleisch­etikettierungs­überwachungs­aufgaben­übertragungs­gesetz
[4] Der SPIEGEL: Beschluss im Schweriner Landtag: Längstes Wort Deutschlands hat ausgedient
[5] Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz
[6] Bremer Sprachlog
[7] Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaftsgesetz – VIFGG
[8] Vermögenszuordnungszuständigkeitsübertragungsverordnung – VZOZÜV
[9] Gefechtshelm hat ’ne Schraube locker
[10] Rüstungsprojekt der Bundeswehr: Neue Mängel beim Kampfjet „Eurofighter“
[11] Zwölf Gründe, warum Bundeswehrprojekte so oft schiefgehen
[12] Probleme mit Bundeswehr-Waffen: Das G36 ist nicht allein
[13] Neues Maschinengewehr MG5
[14] Noch mehr Ärger mit dem Militärhubschrauber
[15] Bundeswehr erwägt Modernisierung des G36

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Die heilsamen Schwingungen der Christiane Tietze

Wer gerne lacht, sollte am besten gleich zum Ende dieses Artikels vorscrollen. Und wer etwas über Raum und Zeit erfahren möchte, braucht sich heutzutage nicht mehr mit lästigen Formeln aus Physik und Mathematik herumzuschlagen. Man geht statt dessen einfach auf die Internetseite Raum&Zeit und bekommt dort in Vorträgen und Video-Clips die Welt erklärt. Oder man kauft sich das raum&zeit Magazin des Ehlers Verlags aus dem oberbayerischen Wolfratshausen. Der preist seine „Fachzeitschrift“ mit den folgenden Worten:

Ob Atomkraft, Mobilfunk-Terror oder Apparatemedizin – die Gesundheit von Mensch und Natur wird seit Jahrzehnten den Profit- und Macht-Interessen von Wirtschaft und Politik geopfert, so die Überzeugung der Herausgeberinnen des raum&zeit Magazins.

Solche Sätze könnten auch aus einem Parteiprogramm der GRÜNEN, der LINKEN oder der Violetten stammen. Oder der Jusos. Wes Geistes Kind die „Mitarbeiterinnen“ (denn raum&zeit beschäftigt selbstredend ausschließlich Frauen, obwohl manche der Mitarbeiterinnen eher wie Männer aussehen) aber nun wirklich sind, erfasst man am besten durch einen Blick auf die top-aktuellen Themen und Veranstaltungen auf der Hauptseite von raum&zeit:

  • Tödliche Affentransporte von Air France
  • Kornkreis in Alling / Biburg (Bayern)
  • Massenabschlachtung von Grindwalen
  • Saatgut in der Hand großer Konzerne
  • Monsanto greift Glyphosat-Kritiker an
  • Trotz Niederlage: Bayern könnte TTIP stoppen!
  • Workshop: Heilen mit Zeichen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (und auch die schwulen, lesbisch und sonstwie gearteten Mitarbeitenden) von raum&zeit befinden sich mit solchen Themen in guter Nachbarschaft zur NPD, auf deren Internetseite man z.B. folgende Beiträge findet:

Nehmen wir hier nur mal das Thema Glyphosat heraus: da sind sich die GRÜNEN, die LINKE, die NPD und die Süddeutsche Zeitung einig. Und natürlich Greenpeace, Nabu und BUND und die „Mitarbeiterinnen“ von raum&zeit. Alle sind der Meinung, daß Glyphosat schnellstens verboten werden sollte, und am besten sollte man gleich die Einfuhr sämtlicher Produkte des US-Konzerns Monsanto verbieten. Auf die Begründungen braucht man hier nicht näher einzugehen, es sind die üblichen nationalistischen, rechts- wie linksradikalen Thesen gegen die US-Imperialisten und deren Banken und Konzerne. Wer eine gute Darstellung der Glyphosat-Problematik lesen will, sei auf den Beitrag von Susanne Günther in Novo Argumente verwiesen.

raum&zeit rudert also mit der NPD und deren zahlreichen Freunden im selben braunen Sumpf. Man muß den „Mitarbeiterinnen“ aber eines zugute halten: Ihre Themen und Beiträge sind so weit ab von der Realität, daß sie zum Lachen reizen. Sie sind einfach gute Unterhaltung! Und deshalb habe ich der „Klang-Therapeutin“ Christiane Tietze von raum&zeit folgende E-Mail geschrieben:

Liebe Medium und Klang-Heilerin Christiane Tietze,

gibt es bei Ihnen auch eine Ausbildung zum „Donnertrommel-Schamanen“ für weniger als 250,- Euro?
Ich bin gerade nämlich aus Indien von einer Fortbildung zum homöopathischen Realitätenkellner zurückgekommen und deshalb total pleite, die Fortbildung war zwar impulsmäßig und orgontechnisch sehr erfolgreich, genauso wie auch Ihr für mich wahnsinnig tief bewegendes Interview zur Klangtherapie, nur haben mich die Fahrt nach Indien und die Seminargebühren (1 Woche Kreative Homöopathie inkl. Realitätenkellner-Prüfung) einiges gekostet!

Wäre also nett, wenn Sie mir ein Angebot machen könnten, ich würde mich auch gerne revenchieren mit einer Ausbildung zur hellsichtigen Kornkreis-Kellnerin, die ich in meinem neu gegründeten „Institut für ganzheitliche Energieverarbeitung“ für nur 399,- Euro anbieten kann.

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Sprachfeminismus in den „Notizen vom Birklehof“


Zweimal im Jahr bekomme ich Post aus Hinterzarten im Schwarzwald. Im Briefkasten liegen dann die „Notizen“ der Schule Birklehof, jenes Internats, in dem ich 3 Schuljahre bis zum Abitur verbrachte. Diese Jahre waren zum Teil sehr erholsam, befreiten sie mich doch von dem strengen, autoritären Schulgeist des städtischen Gymnasiums in Gevelsberg, das ich zuvor 6 Jahre lang besucht hatte.

Am Birklehof ging es in vielen Dingen ungezwungener zu: kein militärischer Drill im Sportunterricht, ein Riesenangebot an musikalischer Betätigung und ein angenehm freundlicher und direkter Kontakt zu Lehrern und Erziehern. Doch ist mir schon damals aufgefallen, daß es unter der Decke der auf Elterntagen und Abiturfeiern demonstrierten heilen Birklehof-Welt ganz schön brodelte.

Das mag damit zusammenhängen, daß wir als „68er“ nicht gerade besonders träge waren, wenn es darum ging, die „Erwachsenen“ zu provozieren, die Lehrer, die Mentoren, die Eltern, kurz eben alle, die uns damals so auf den Geist gingen. Aufgemalte Hakenkreuze auf der direkt am Birklehof vorbeiführenden Bundesstrasse nach Freiburg, nächtens mit Ölfarbe vollgeschmierte Lehrerautos und Sauforgien im Jazzkeller unter der Turnhalle gehörten zu jenen Ereignissen, die von den Verantwortlichen dieser Schule am liebsten totgeschwiegen wurden. Am unangenehmsten war es ihnen, wenn sich Schüler auf einer offiziellen Veranstaltung der Schule kritisch äußerten: wenn sie z.B. anstatt eines Gebetes aus der damals populären „Mao-Bibel“ vorlasen oder in einer Abiturfeier zum Entsetzen der Lehrer und Hauserwachsenen die fehlende sexuelle Freiheit beklagten.

Das alles ist jetzt mehr als 48 Jahre her, und es hat sich einiges in der Welt geändert. Aber eines ist seitdem gleich geblieben: Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter des Internats unterliegen nach wie vor dem gesellschaftlichen Mainstream. Waren sie 1966 noch stockkonservativ, wie wir es als 68er damals empfanden, so sind sie heute stramme Gutmenschen.

Um auf diesen Gedanken zu kommen, reicht ein Blick in die halbjährlich von der Schule Birklehof an alle interessierten Alt-Birklehofer (also ehemaligen Schüler) verschickten „Notizen vom Birklehof“. Dort begegnet uns z.B. Petra Gerster [2], Hauptmoderatorin von ZDF-Heute, die eine „auf ökonomische Verwertbarkeit verengte Sicht von Bildung“ beklagt und für eine „umfassende Charakterbildung“ plädiert. Solche Sprüche kommen bei den Birklehof-Verantwortlichen gut an, nicht nur weil Petra Gerster auch mal Lehrerin werden wollte, sondern auch deshalb, weil der Birklehof schon immer großen Wert auf eine klassische humanistische Bildung legte. Und es war schon immer unter der Würde des Birklehof-Lehrers bzw. Mitarbeiters, an so etwas wie ökonomische Verwertbarkeit auch nur zu denken. Hier dachte man lieber an altgriechische Philosophen oder Goethes Farbenlehre und nahm abends im Eßsaal an Übungen in anthroposophischer Bewegungskunst (Eurythmie) teil.

Zwar sind inzwischen Latein und Griechisch keine Pflichtfächer mehr, und man achtet auch darauf, daß das Schulgeld von 2600,- Euro pro Monat für die internen Schüler gezahlt wird.
Das tat man allerdings auch schon vor 50 Jahren, insofern hat sich nicht viel geändert.

Aber wer die Berichte in den „Notizen vom Birklehof“ aufmerksam studiert, sieht sofort, warum gerade Leute wie Petra Gerster oder auch Richard David Precht (Monogam wurde der Mensch durch die jüdische Seuchenmoral) in diesen Heften gerne zitiert werden [2]. Denn worum geht es in fast allen Beiträgen der Notizen vom Birklehof? Man ahnt es schon:

Literatur, Kunst, Philosophie, Wandern im Schwarzwald,Theater, Musik, Tanz und Inszenierung, alte Sprachen, Sport.

(Foto links: Winter 1977, Neubirkle) Daneben gibt es natürlich noch Berichte über den Weihnachtsmarkt, über Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen und neu eingestellte Lehrer. Wer aber Beiträge über die Schulfächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie oder Informatik sucht, blickt vergebens in diese „Notizen“. Das ist den Verfassern dieser Hefte offensichtlich schon zu sehr „ökonomisch verwertbar“, womöglich zu „materialistisch“. Lediglich bei neu eingestellten Mitarbeitern für naturwissenschaftliche Fächer macht man da gezwungenermaßen eine Ausnahme, ansonsten schreiben Altbirklehofer wie Viktoria Brigitte von Bonin (früher Roth) in den „Notizen“ lieber darüber, wie schön es doch war, als sie beim Altbirklehofer Treffen feststellte, daß sie nicht die einzige in der Runde mit einer 5 in Mathe war (es waren sogar 10 von 13 Anwesenden, die sich über eine 5 in Mathe freuten).

Doch all diese schönen Berichte über

  • „Griechisch-Seminare für Eltern“,
  • „Erlebnispädagogik beim Nachmittagssport“ oder
  • „Tanz und Inszenierung als Klassenarbeit“

mit ihren vielen Fotos könnte man ja noch ertragen, würde man nicht auf jeder Seite durch einen unerträglich konsequenten Sprachfeminismus gequält. Denn wer sich die von der Redakteurin Hanna Kneser (einer Angestellten der Schule Birklehof) als „Notizen“ verschickten Informationsblätter durchliest, bekommt den Eindruck, als habe ein Art feministische Reichsschrifttumskammer der Redaktion Vorgaben für die Veröffentlichungen gemacht. So kann man u.a. im Notizenheft vom September 2011 128-mal die Sprachkombination „Schülerinnen und Schüler“ lesen. Das wäre ja noch ertragbar, aber es kommen weitere sprachliche Verrenkungen dazu:

(Foto links: Blick auf das sog. „Haupthaus“ im Januar 1977)Da ist von Mitschülerinnen und Mitschülern die Rede, von Teilnehmerinnen und Teilnehmern,
Bundessiegerinnen und Bundessiegern. Lehrende unterrichten Abiturientinnen und Abiturienten, Mitschülerinnen und Mitschüler werden von Mentorinnen und Mentoren betreut,
Sportlerinnen und Sportler trainieren gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, es wimmelt von Kolleginnen und Kollegen, Unterhausbewohnerinnen und -bewohnern, Unterstufenschülerinnen und -schülern und Oberstufenschülerinnen und -schülern. Unter den Birklehofschülerinnen und -schülern gibt es auch Norwegenfahrerinnen und -fahrer, die wahrscheinlich keine Sechstklässlerinnen und -klässler sind sondern eher der Oberstufe Zuzuordnende.

In dem verkrampften Bemühen, immer auch die weibliche Form mit zu erwähnen (und das natürlich immer an erster Stelle vor der männlichen), unterlaufen den Redakteuren dieser „Notizen“ z.T. groteske grammatikalische oder auch Schreibfehler (oder sie vergessen ihre eigenen Sprachvorschriften). So schreiben sie z.B.

  • … besprach sie gemeinsam mit ihren Schülerinnen und -schülern die Ziele [2]
  • Fast alle Schülerinnen und Schüler waren Fahrschüler [6]

Da fragt man sich dann schon, wie ein Deutschlehrer an dieser Schule einen solchen geschriebenen Satz benoten soll.

Es mag zwar sein, daß Lann Hornscheidt, „Professx“ für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität in Berlin, diese Art der Schreiberei als „geschlechtergerecht“ oder „nicht zweigendernd“ empfindet, es könnte aber auch sein, daß es Leser der Birklehof-Notizen gibt, die den extremen Sprachfeminismus in diesen Heften als Sexismus wahrnehmen und die katzbuckelnde Unterordnung der Schuldirektoren und Mitarbeiter unter diese feministische Genderposse nur lächerlich finden.

Oder was soll man wohl denken, wenn man folgenden Satz in einem Schreiben des Birklehofs an ehemalige Schüler liest:

Unsere Lehrerinnen und Lehrer, Hauserwachsenen und Mentorinnen und Mentoren stehen den Schülerinnen und Schülern als Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zur Verfügung.

Anmerkungen und Links

[1] Die Neue Rheinische Zeitung in „Über uns“
[2] Birklehof-Notizen, Ausgabe September 2011
[3] Wikipedia über Petra Gerster
[4] Elite-Internat Birklehof: Vorwürfe gegen ehemaligen Schularzt
[5] Wikipedia über das Internat Birklehof
[6] Birklehof-Notizen, Ausgabe März 2012

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Dresden 1945

Im Blog von Klaus Peter Krause [1] gab es im Februar 2015 eine kleine Diskussion über die Opferzahlen der Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945. Unter der Überschrift „Wieviele Bombenopfer in Dresden waren es wirklich?“ wurde dort die seit 70 Jahren in gewissen Kreisen herumgeisternde Behauptung

Statt 25000 eher 250000 Tote des Bombenterrors von Briten und Amerikanern

als „beweisbar“ hingestellt, und zwar u.a. aufgrund einer „Analyse“ von einer Frau Karin Zimmermann ([6]).
Ich habe Herrn Krause daraufhin folgenden Leserbrief geschrieben, den er auch in seinem Blog veröffentlichte:

Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Fachkenntnis hier alle möglichen absurden nazikompatiblen Behauptungen aufgestellt werden. Wie zum Beispiel die Totenzahlen von Dresden.
Da sind es einmal 300.000, dann wieder „mindestens 250.000“, manchmal auch „nur“ 200.000, jedoch erscheint den meisten in diesen Kommentaren die Zahl 25.000 als völlig unwahrscheinlich.

Diese Meinung kann nur jemand haben, der Null Ahnung von der Arbeit der Historiker in den letzten 60 Jahren zu diesem Thema hat.
Oder überhaupt wie der Blogger Reinhard Lütkemeyer aus Bad Godesberg die Meinung vertritt,

„Die genaue Zahl der Bombenopfer konnte nie ermittelt werden. Jüdische pseudowissenschaftliche Propagandaschriften aus neuerer Zeit sprechen deshalb verharmlosend von nur 25.000 Opfern.“

Lütkemeyers Website “scusi” http://scusi.twoday.net/) wurde schon mal von Reinhard Mohr in Spiegel-Online (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,632499,00.html) explizit als antisemitisch bezeichnet.

Anscheinend vertrauen Sie, Herr Krause, ähnlich wie Lütkemeyer bei ihren „Recherchen“ offensichtlich lieber dem britischen Holocaustleugner David Irving, der die Tagebücher der Anne Frank als Fälschung bezeichnete und bei seiner Behauptung über 202.040 Tote in Dresden seinerseits einer Fälschung aufgesessen war. Den von ihm als Beweis über Jahrzehnte immer wieder vorgelegten “Tagesbefehl Nr.47″ des höheren SS- und Polizeiführers Dresden hatte nämlich das Goebbelsche Propagandaministerium passend korrigiert:

„In Ehlichs Abschrift betrug die damals aktuelle Zahl der Todesopfer 20.204, die Zahl der insgesamt erwarteten Opfer 25.000 und die der kremierten Leichen 6.865. Offenbar hatte irgendjemand, wahrscheinlich aus Goebbels’ Propagandaminsterium, das Dokument grob gefälscht, indem er einfach an jede dieser drei Zahlen eine Null anhängte.“

Einer der besten Kenner der Luftangriffe auf Dresden, der Historiker und Zeitzeuge Götz Bergander, hatte diese Fälschung schon 1977 aufgedeckt. Irving hat jedoch immer wieder versucht, die Opferzahlen in Dresden nach oben zu “korrigieren”, sogar nachdem er die obige Fälschung in einer neuen Ausgabe seines Buches “Der Untergang Dresdens” zugeben mußte. Seine Halsstarrigkeit kostete ihn schließlich 2 Millionen Pfund Gerichtskosten für den Verleumdungsprozesses, den er im Frühjahr 2000 in London gegen die amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt und ihren Verlag Penguin Books angestrengt hatte. Seitdem ist er ein vom Gericht bestätigter “Antisemit und Holocaustleugner”.

Und, liebe Freunde dieses Blogs von Karl Peter Krause, selbst wenn ihr nichts von der ganzen Problematik um die Opferzahlen wißt, dann hättet ihr euch wenigstens den Abschlußbericht der Historiker-Kommission der Stadt Dresden durchlesen können, die Ende 2008 ihr Ergebnis veröffentlichte:


„Im Ergebnis der Untersuchungen der Kommission sind bislang 18.000 Dresdner Luftkriegstote nachgewiesen worden, die den Luftangriffen zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 zuzuordnen sind. Die Kommission geht von maximal 25.000 Menschen aus, die während der Februar-Luftangriffe in Dresden ums Leben gekommen sind. „

18.000 sind also definitiv nachgewiesen worden! Und wer saß in dieser Historikerkommission ?

Götz Bergander, Berlin, selbst Zeitzeuge der Bombardierung Dresdens und Autor der Publikation “Dresden im Luftkrieg”,
die Luftkriegsexperten Dr. Horst Boog, Steegen, und Dr. Helmut Schnatz, Koblenz,
Wolfgang Fleischer vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden,
der Amtsleiter des Stadtarchivs Dresden Archivdirektor Thomas Kübler,
Prof. Dr. Rolf-Dieter Müller vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr Potsdam,
Dr. Rüdiger Overmans, Freiburg, als ehemaliger Mitarbeiter dieses Institutes und
Dr. Alexander von Plato , Leiter des Bereiches “Oral History” an der Fernuniversität Hagen.

Weiterhin gehören zur Kommission Matthias Neutzner als Vertreter der Interessengemeinschaft “13. Februar 1945″ e.V.,
der am Stadtmuseum Dresden tätige Wissenschaftler Friedrich Reichert,
die Dresdner Historikerin Nicole Schönherr vom Frauenstadtarchiv und Zeitzeugenarchiv Dresden und
Dr. Thomas Widera vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden.
Die wissenschaftliche Leitung hatte Prof. Müller übernommen.

====> Und das sollen alles jüdische Geschichtsverfälscher sein?

Und noch ein letztes zu den ach so schlimmen Tieffliegerangriffen in Dresden. Erstens gibt es auch über dieses Thema Untersuchungen von Historikern, die garantiert mehr von der Sache verstehen als ein Klaus Peter Krause ([1] (z.B. Helmut Schnatz: Tiefflieger über Dresden? Legenden und Wirklichkeit, Mit einem Vorwort von Götz Bergander).

Und zweitens kann man sich auch einfach den Artikel „Warum gab es keine Tiefflieger über Dresden?“ (Untertitel: Obwohl zahlreiche Zeitzeugen das Gegenteil glauben, sind sich seriöse Historiker sicher: Am 13. und 14. Februar 1945 flogen alliierten Jäger keine Angriffe auf das bombenzerstörte Dresden.) verfasst von Sven Felix Kellerhoff in der Zeitung „Die Welt“ vom 22.05.13 durchlesen. Wer dann immer noch glaubt, daß mindestens 200.000 Deutsche in Dresden umgekommen sind, kann sich ja als Hilfsredakteur beim Panzerarchiv (http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=2506) bewerben. Da trifft er dann auf Gleichgesinnte.


In einem 2.Leserbrief habe ich folgendes geschrieben:

Die von Dr. Klaus Peter Krause als

sachkundige couragierte Frau Karin Zimmermann, Jahrgang 1941, die sich mit zahlreichen politischen Themen befasst und sich öffentlich dazu äußert

beschriebene Dame hat in ihrem Bericht, der dem Artikel von Krause zugrunde lag, auch mehrfach David Irving zitiert. Sie erwähnt ihn in ihrer “Untersuchung” über die Bombardierung Dresdens auf den Seiten 18, 27 und 44.

Natürlich nur als Kronzeugen für ihre Behauptung, daß die Historikerkommission in Dresden aus unfähigen, von der Stadt Dresden extra ausgewählten Personen bestand, allesamt US-Bewunderer, die die Anzahl der Toten auf jeden Fall unter die 25.000 drücken wollten.

Frau Zimmermann vergaß zu erwähnen, was über Irving bekannt ist, möglicherweise hält sie es auch für Wikipedia-Greuelmärchen:

“.. ist ein britischer Geschichtsrevisionist und Holocaustleugner. Er verfasste etwa 30 Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus, darunter 1963 ein Buch über die Luftangriffe auf Dresden, das ihn bekannt machte.

1977 leugnete er Adolf Hitlers Initiative am Zweiten Weltkrieg und sein Wissen vom Holocaust bis 1943. Dadurch verlor er allmählich sein bisheriges Ansehen als seriöser Sachbuchautor. Seit 1988 bestreitet er öffentlich den Vernichtungszweck der Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz. Er wurde deshalb in mehreren Staaten strafrechtlich verurteilt und erhielt Einreiseverbote.

1977 bewies ein Fund Götz Berganders endgültig die Fälschung der Opferzahlen: Im Propagandaministerium von Joseph Goebbels war an jede Originalzahl zu bereits kremierten (6.865), registrierten (20.204) und erwarteten (25.000) Toten eine Null angehängt und so die Zahlen verzehnfacht worden, um die Luftangriffe in der Auslandspresse als Verbrechen darzustellen.”

Irving, der in mehreren seiner Bücher behauptet hatte, Anne Franks Tagebücher seien eine Fälschung, obwohl das BKA bereits 1980 in einem Gutachten ein für alle mal die Echtheit geklärt hatte, verstieg sich im Prozess gegen den Verlag Penguin Books und die amerikanische Religionswissenschaftlerin Deborah Lipstadt zu der Behauptung, dass „auf dem Rücksitz von Senator Edward Kennedys Auto in Chappaquidick mehr Frauen starben als in den Gaskammern von Auschwitz.“

Diese Tatsachen sind seit langem bekannt. Warum geht Frau Zimmermann mit keinem Wort auf die erwiesene Fragwürdigkeit von Irvings Ausführungen zum Thema Dresden ein?

Und warum stellen Sie selbst, Herr Krause, keinerlei kritische Fragen zum Thema “David Irving” in Zimmermanns Untersuchung?

Sie haben, um bei Ihren Worten zu bleiben, offensichtlich weder die Bücher von Götz Bergander noch die Ausführungen von Helmut Schnatz (incl. seiner neueren Nachträge zum Thema) gelesen.


Nach diesem Beitrag war der Herr Karl Peter Krause nicht mehr gewillt, einen weiteren Leserbrief von mir in seinem Blog zu veröffentlichen. Das kann ich gut verstehen!

Anmerkungen und Links

[1] Homepage von Klaus Peter Krause
[2] Klaus Peter Krause: Wieviele Bombenopfer in Dresden waren es wirklich?
[3] Gert Bürgel: Tiefflieger – Dresden 1945
[4] Sächsische Zeitung vom 30.03.2009: Hobbyforscher liefert Zeugen für Tiefflieger
[5] Panzer-Archiv.de über die Dresdner Opferzahlen
[6] Karin Zimmermann über die Opferzahlen und Tieffliegerangriffe
[7] Die WELT: Warum gab es keine Tiefflieger über Dresden?
[8] Helmut Schnatz: Nachträge Tiefflieger über Dresden
[9] Die WELT: Das Rätsel der Tieffliegerangriffe auf Dresden
[10] Die WELT Geschichts-Dossier über Tiefflieger über Dresden


Leserbrief von David Irving in der Times vom 7. Juli 1966:

Sehr geehrte Damen und Herren –

Ihre Zeitung genießt einen beneidenswerten Ruf, was Genauigkeit
angeht, und Ihre Bereitschaft, auch die kleinsten Fehler von
einem Tag auf den nächsten zu korrigieren, weckt gewiss die
Begeisterung Ihrer Leser; wie aber soll ein Historiker einen
Fehler korrigieren, wenn er feststellt, dass er sich geirrt hat?
Ich bitte Sie um Berücksichtigung auf Ihren Seiten.

Die Bombenangriffe von 1945 auf Dresden wurden in den letzten
Jahren von manch einem als Beweis dafür angeführt, dass
konventionelle Bombardements zerstörerischer sein können als
Atombombenangriffe, und andere haben versucht, daraus falsche
Lehren zu ziehen. Der Anteil meiner eigenen Schuld daran ist
nicht gering: In meinem 1963 erschienenen Buch The Destruction of
Dresden habe ich festgehalten, dass die Zahl der Todesopfer in
dieser Stadt zwischen 35.000 und mehr als 200.000 liegt.

Die höheren Zahlen habe ich nicht als absurd empfunden, als ich
die Begleitumstände gewürdigt habe. Drei Jahre lang habe ich
versucht, die deutschen Dokumente in Zusammenhang mit den Schäden
ans Licht zu bringen, doch die ostdeutschen Behörden konnten mich
nicht unterstützen. Vor zwei Jahren konnte ich aus einer privaten
ostdeutschen Quelle ein Dokument bekommen, das anscheinend ein
Auszug aus dem Bericht des Polizeipräsidenten war. Dort wurde eine
endgültige Opferzahl von „einer Viertelmillion“ genannt. Die
übrigen dort enthaltenen Statistiken waren akkurat, doch
inzwischen ist klar, dass diese Statistik der Todesopfer eine
wahrscheinlich 1945 entstandene Fälschung war.

Die ostdeutschen Behörden (die sich ursprünglich weigerten, mir
die Dokumente zu überlassen) haben mir eine Kopie des 11-seitigen
„Schlussberichts“ gegeben, der etwa einen Monat nach den Luftangriffen
auf Dresden vom Bezirkspolizeichef verfasst wurde. An der
Echtheit dieses Dokuments besteht kein Zweifel. Kurz gesagt zeigt
der Bericht, dass die Zahl der Todesopfer in Dresden sich
weitgehend in der gleichen Größenordnung bewegt wie bei den
schwersten Luftangriffen auf Hamburg im Jahre 1943. Man sollte
noch anmerken, dass der Verfasser des Dokuments, der Höhere SS-
und Polizeiführer Elbe, in Dresden für die Zivilverteidigung
zuständig war.

Seine Zahlen waren viel niedriger als jene, die ich zitiert habe.
Der entscheidende Abschnitt lautet: „Personenschäden: am 10. März
1945 waren 18.375 Tote, 2.212 schwer Verletzte und 13.918 leicht
Verletzte und 350.000 Obdachlose und dauerhaft umquartierte Personen
registriert.“ Die Gesamtzahl der Todesopfer, „vor allem Frauen
und Kinder“, sollte 25.000 erreichen; weniger als einhundert Tote
waren Soldaten. Von den bis dahin geborgenen Toten waren 6.865
auf einem Platz in der Stadt eingeäschert worden. Insgesamt
35.000 Personen waren als „vermisst“ registriert.

Die Echtheit des Berichts steht völlig außer Zweifel, da ich nur
wenige Tage nach dem ersten aus einer westlichen Quelle einen
zweiten deutschen Lagebericht erhalten habe. Er wiederholt exakt
die im oben erwähnten Bericht genannten Zahlen, auf denen er
offensichtlich beruhte.

Der zweite Bericht, eine Zusammenstellung der Berliner Polizei
über die „Luftangriffe auf das Reichsgebiet“ vom 22. März 1945
wurde durch Zufall, nachdem er falsch eingeordnet worden war,
zwischen den 25.000 Akten des Reichsfinanzministeriums gefunden,
die derzeit im westdeutschen Bundesarchiv erschlossen werden. Er
wurde mir von Dr. Boberach, einem Archivar, übermittelt.

Ich habe kein Interesse, falsche Legenden zu verbreiten und
aufrecht zu erhalten, und deshalb ist es mir ein Anliegen, dass
die Dinge diesbezüglich richtig gestellt werden.

Ich verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung

David Irving, 25 Elgin Mansions, W.9.

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Barbara Hendricks

(Links: Barbara Hendricks im Interview mit der heute-Show) Daß eine lesbische SPD-Frau Umweltministerin wird, sollte uns nicht erstaunen. In vielen Bereichen gibt es schon Frauenqoten, da wäre es ja nur gerecht, wenn es auch Lesben- und Schwulenquoten gäbe. Z.B. in der Regierung oder zumindest bei den gutbezahlten Politikerstellen. Wegen der Vielfalt und der Gerechtigkeit.

Und noch etwas erstaunt uns kaum: das naturwissenschaftliche Desinteresse dieser Umweltministerin. Damit fällt sie in der Masse der Bundestagsabgeordneten auch überhaupt nicht auf. Andererseits: es ist ja schon komisch, wofür sich SPD-Abgeordnete so alles interessieren.

Es soll z.B. SPD-Bundestagsabgeordnete gegeben haben, die Kinderpornographie im Internet bestellen oder als ehemalige Bundesforschungsminister Bücher über 9/11 schreiben, um die eigentlichen Verantwortlichen zu benennen: die Israelis, den Mossad und die CIA.
Das ist gelebte Vielfalt!

Doch die jetzige Umweltministerin Hendricks, die sich mit einer kleinen Randbemerkung in einem Pressegespräch Anfang 2014 als Lesbe geoutet hat, will gerne ein vollständiges Verbot von grüner Gentechnik in Deutschland.

Das allerdings sollte uns schon erstaunen. Denn eigentlich erwartet man von einer Umweltministerin ein gewisses Maß an naturwissenschaftlicher Bildung. Mit wem sie ins Bett steigt und ob sie sich morgens eher weiblich oder abends eher männlich fühlt, spielt keine Rolle. Sie sollte wenigstens den Sachgegenstand ihres Ministeriums beherrschen.

Die SPD-Ministerin aber hat als Historikerin zum Thema „Die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein“ promoviert. Das war sicher ein sehr, sehr schwieriges Thema, so daß die Barbara nur wenig Zeit zur Beschäftigung mit Genen, Bio und so hatte.

Außerdem ist Barbara eine Gläubige, die der Meinung ist, daß irgendwo hinterm Planeten Pluto Gott sitzt und die Strippen zieht. Deswegen ist sie auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und plädiert dafür, daß auch Lesben mal Priester_IXen werden können.

Ganz klar: da bleibt dann einfach auch keine Zeit mehr, sich mit so Sachen wie Genen, Atomen und Quecksilber in Sparbirnen zu beschäftigen.

Und deshalb brauchen wir auch über das abgrundtiefe dumme Geschwätz dieser Ministerin gar nicht erstaunt zu sein. Bei uns kann eben jeder Umweltminister werden, Hauptsache er oder sie ist schwul oder lesbisch, hat Soziologie oder Psychologie studiert und plädiert auf dem Katholikentag für die ersatzlose Abschaffung der Gentechnik.

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Doppelnameritis

Oktober 2014 in Hildesheim ([1]):
Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Foto links, Grüne Niedersachsen) führte heute Frau Dr. Britta Knüllig-Dingeldey in Hildesheim in das Amt der Präsidentin des Landgerichts ein und verabschiedete ihren Vorgänger, Dr. Ralph Guise-Rübe.

Man glaubt es erst gar nicht, aber dies war ein Ausschnitt aus einer echten Pressemitteilung des niedersächsischen Justizministeriums. Das könnte dann z.B. so weitergehen:

Nach ihrer Rede sprach Justizministerin Niewisch-Lennartz mit der ehemaligen Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger über die Auswirkungen des neuen 4-fach-Namen-Gesetzes auf die Bundesdruckereien. Am Gespräch beteiligt waren auch Marianne Burkert-Eulitz, Sprecherin für Kinder, Jugend und Familie von Bündnis 90/Die Grünen, Rita Knobel-Ulrich, Autorin und Filmemacherin, und Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Michael Grosse-Brömer, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und Petra Bosse-Huber, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie Elisabeth Winkelmeier-Becker, CDU-Kreisvorsitzende Rhein -Sieg, haben nach dem Gespräch von Niewisch-Lennartz mit Leutheuser-Schnarrenberger und Burkert-Eulitz über die fehlende Bereitschaft der Politiker geklagt, ein neues fortschrittliches 4-fach-Namen-Gesetz auf den Weg zu bringen. Die Bedenken der Bundesdruckerei leuchten ihnen nicht ein.

Deren Chef nämlich, Dr. Eggertman-Dödel, hatte zusammen mit Prof. Hornscheidt-Sudel und Verwaltungschef Müller-Blasberg auf den erhöhten Papierverbrauch hingewiesen. Dr. Eggertman-Dödel, Niewisch-Lennartz und Hornscheidt-Sudel wollen nun mit dem Wissenschaftler_Innen-Rat der Uni Hannover eine nachhaltige Lösung dieses Problems mit dem Ziel schaffen, leicht lesbare und verständliche Behördenformulare zu erstellen. Leutheuser-Schnarrenberger warnte Eggertman-Dödel, Niewisch-Lennartz und Hornscheidt-Sudel vorbeugend aber schon mal vor den Angriffen von Prof.Dr. Kratzmann-Streuselkuchen und dessen Mitarbeiterin Dr. Ines Pohl-Witzigmann, die im Finanzministerium die Ausgaben der Bundesdruckerei kontrollieren. Diese, so meinte Frau Leutheuser-Schnarrenberger, hätten kein Verständnis für 4-fach-Namen und wollten grundsätzlich bei Doppelnamen bleiben.


Anmerkungen und Links

[1] Amtseinführung der neuen Präsidentin des Landgerichts Hildesheim
[2] Grüne nominieren Antje Niewisch-Lennartz als Justizministerin

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