Entartete Zitate

bernd-lucke-jauchDa die Sprachpolizisten der deutschen Gutmenschen derzeit mal wieder auf der Jagd sind, diesmal nach Leuten, die das Wort „Entartung“ in schriftlicher oder mündlicher Form verwenden, gebe ich hier ein paar Anregungen für die Ermittler, wo sie leicht fündig werden können:

Andreas Borcholte im SPIEGEL, 28.01.2002 : [9]

„Der Frauenheld begegnet der quotengeilen Entartung seines Berufs mit grenzenlosem Gleichmut, gestört nur vom gelegentlichen, aber wirkungslosen Aufbäumen seines Gewissens.“

Arnulf Baring in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2002 : [8]

„Deutschland ist auf dem Weg in eine westliche ‚DDR light‘. Ein Symptom dieser Entartung ist die Tatsache, dass rund achtzig Prozent unserer Abgeordneten aus dem öffentlichen Dienst, aus den Gewerkschaften kommen“

Günther Grass 2007 auf der Leipziger Buchmesse: [6], [7]

Grass spricht in einem Interview auf der Buchmesse von der „ Entartung des deutschen Journalismus.“

Gabor Steingart im SPIEGEL am 15.04.2013 über „Eine unheilige Allianz von Bankern und Politikern hat die westlichen Marktwirtschaften verformt.“ [5]:

Die XXL-Bezahlung selbst unterer Dienstgrade weist alle Merkmale einer ökonomischen Entartung auf.“

Kardinal Joachim Meisner in einer Ansprache im Kölner Dom 2007:[4]

Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet.

Johannes Ponader, der erwerbslose politische Geschäftsführer der Piratenpartei, am 24.06.2012 im SPIEGEL-Interview [3]:

„Ich werde vom Sozialsystem heftig hinterfragt, weil ich mich politisch engagiere und trotzdem Sozialleistungen beziehe. Das ist eine extreme Entartung des ganzen Systems

Helmut Schmidt, Altkanzler, am 12. September 1992 auf Seite 8 der Frankfurter Rundschau:[1]

Man kann aus Deutschland, mit immerhin einer 1.000 jährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. Weder aus Frankreich, noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen die Gesellschaften nicht. Dann entartet die Gesellschaft!

Wolfgang Schäuble am 15.06.2011 [2]:

Das Gedenken an den Bau der Berliner Mauer lädt unweigerlich zum Nachdenken über Entartungen von Macht und Politik ein. Es sind solche Entartungen, die die Mauer vermeintlich notwendig und dann auch möglich gemacht haben, und nur sie haben ihren Bestand für viel zu lange 28 Jahre sichern können.

Anmerkungen und Links

[1] Helmut Schmidt in der Frankfurter Rundschau
[2] Rede von Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble am 15.06.2011
[3] Johannes Ponader. Piraten-Partei, zum SPIEGEL
[4] Kardinal Joachim Meisner warnt vor „entarteter“ Kultur
[5] Gabor Steingart im SPIEGEL am 15.04.2013 über „Eine unheilige Allianz von Bankern und Politikern hat die westlichen Marktwirtschaften verformt.“
[6] Günther Grass 2007 auf der Leipziger Buchmesse
[7] Grass auf der Leipziger Buchmesse 2007: So redet ein Literaturnobelpreisträger
[8] Arnulf Baring am 19.11.2002 in der Frankfurter Allgemeine Zeitung
[9] SPIEGEL-Autor Andreas Borcholte über einen Roman von John Irving

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s