Heroischer Widerstand gegen die AFD

berlink1Am Samstag, dem 01.Oktober 2016, traten weibliche und männliche Aktivist*innen aus der Berliner Linken-Szene zum Kampf gegen „rassistische Rechtspopulisten“ der AfD im Stadtteil Pankow an. Dabei richtete sich ihr Protest natürlich nicht nur gegen Rechtspopulisten, sondern auch gegen Rechtspopulist*innen an, allerdings ist diese Form der Geschlechter-Gleichbehandlung bei unseren Linken verpönt, weil Frauen (und die vielen anderen nicht-männlichen Gechlechterformen) ja grundsätzlich nie „rechts“ sind, sondern fortschrittlich, selbstbewußt und mindestens auch sozial engagiert.

Daß die bei solchen Aktionen auftretenden Menschen sich gerne als „Aktivisten“ bezeichnen, ist übrigens auch kein Wunder: schon in der ehemaligen DDR gab es ja haufenweise Aktivisten, also „Werktätige, die bei der Erfüllung des Planes außerordentliche Leistungen vollbringen und dafür mit dem staatlichen Titel Aktivist der sozialistischen Arbeit geehrt“ wurden (siehe [4]).

Etwa 30 dieser „Aktivist*innen“ (welchen Geschlechtes auch immer) haben an diesem 1.Oktober 2016 in Berlin einen Wahlstand der AfD symbolisch zugemauert. Als Ziel gaben sie an: den AfD-Stand als „rassistischen Tatort“ markieren.

Ihre heroische Tat wurde gleich nach Vollendung auf Youtube publiziert. Dort sehen wir einen Julius Wagner, der mit einem Dauerlächeln ausgestattet über die seiner Meinung nach „gelungene Aktion“ berichtet:

Julius Wagner: Nationalismus ist keine Alternative
Wir haben heute die AfD auf dem Panke-Fest symbolisch eingemauert und als Tatort Rassismus markiert.
Wir rufen dazu auf, vor den Wahlen mit Aktionen gegen die AfD zu agieren. Am nächsten Wochenende wird es dazu ja unterschiedliche Aktionen geben. Das sollte heute der Auftakt sein.

berlin2

Wir sind heute zum Stand gegangen und haben vor dem Stand eine symbolische Pappmauer aufgebaut, Flyer verteilt und Sprüche gegen die AfD gerufen.
Die Mitglieder sind dann sofort agressiv geworden, haben die Mauer umgestoßen, haben die Antifas weggeschubst.
Wir sind darüber eigentlich etwas verwundert, weil wir eigentlich sehr friedlich waren.

Mitglieder der Rechtspartei reagierten aggressiv und griffen die Aktivisten an ( [2])

Das zeigt aber, daß die AfD es nicht einmal akzeptieren kann, wenn wir ihnen eine Pappmauer vor die Nase setzen und sie als rassistische Brandstifter markieren, während sie an den europäischen Aussengrenzen Mauern errichten wollen und den Schießbefehl durchsetzen.

Anmerkungen und Links

Hier der Text zum Film auf Youtube:

Eine Hand schnellt vor und packt einen ganz in weiß gekleideten Aktivisten am Hals und schleudert ihn weg. Laute Rufe »Nationalismus raus aus den Köpfen« ertönen, als Freunde zu Hilfe eilen und den Aktivisten aus den Fängen des AfD-Mitglieds befreien.

Diese Szene spielte sich am Wochenende in Pankow/Berlin ab, als etwa 30 Aktivisten symbolisch eine Mauer vor einem AfD-Wahlstand errichteten. Ihr Ziel: den Ort als einen »rassistischen Tatort« markieren.

Wenige Minuten vor dem Zusammenstoß hatten sich die in Maleranzügen vermummten Aktivisten des Bündnis »Nationalismus ist keine Alternative« mit Pappkartons, Flyern und Megafon ausgerüstet, Richtung dem Wahlstand auf dem Panke-Fest aufgemacht.

Dort stellten sie sich vor die Rechtspopulisten, errichteten ihre Pappmauer, sammelten die AfD-Flyer von Passanten ein und versprachen diese ordnungsgemäß zu vernichten. »Wir glauben, dass es nicht mehr reicht, die AfD nur zu ignorieren. Besonders nach dem Wahlerfolg bei den Mecklenburg-Vorpommern-Wahlen. Wir glauben, dass es jetzt wichtig ist, aktiv zu werden und die AfD in ihrem Handeln zu behindern.«

Der Protest fand eine Woche vor den Wahlen in Berlin statt, bei der die AfD mit 15 Prozent droht in den Landtag einzuziehen.

Die AfD-Mitglieder reagierten sehr gereizt auf den Protest und griffen einzelne Aktivisten mit an, dass obwohl die Aktivisten deutlich signalisierten keine Gewalt gegen die rechten Parteimitglieder anzuwenden.

Nach wenigen Minuten löste sich der Protest auf und die Aktivisten entschwanden in alle Himmelsrichtungen.

[1] Berliner Antifa „wehrt“ sich gegen AFD
[2] Neues Deutschland: Mauer vor AfD-Wahlstand errichtet
[3] AfD-Wahlparty Crashen!
[4] Wikipedia: Aktivist
[5] Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2016
[6] Zentrale Einheitsfeier Dresden Brandanschlag auf Polizeiautos
[7] neues deutschland: Mauer vor AfD-Wahlstand errichtet

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