Schwarze Brabbelsäcke in deutschen Talkshows und die sehr geehrtx Profx. Lann Hornscheidt


Während bei Anne Will am 29. Mai 2013 eine schwarz verhüllte Dame (die Schweizer Muslimin Nora Illi) den Anwesenden klarzumachen versuchte, daß ihre (Ver)kleidung ihre ganz persönliche, freiwillige Entscheidung sei, so wie das ja auch bei allen anderen muslimischen Frauen der Fall sei, während also die restlichen Gäste der Talk-Show mit gotteslästerlich entblößten Gesichtern staunend auf den in schweizerischem Dialekt vor sich hin brabbelnden schwarzen Sack schauten, den auch der hartgesottenste Antifeminist als Schlag ins Gesicht jeglicher Frauenbefreiung erkennen mußte, währenddessen also geschah im weit entfernten Leipzig an der dortigen Universität etwas, das dem einfachen Bürger mindestens genauso unverständlich vorkommen mag. Denn in Leipzig wurde eine geänderte „Grundordnung“ der Universität beschlossen,

in der hinfort nur noch von Professorinnen, Assistentinnen, Dozentinnen und Wissenschaftlerinnen die Rede ist. In Fußnoten wird darauf hingewiesen, daß damit auch Männer gemeint seien.


Konsequenterweise müßten nun die Türschilder und Briefbögen der männlichen „Professorinnen“ geändert werden (oder mindestens ergänzt werden durch solche Mitteilungen wie auf dem Foto links, zum Vergößern einfach anklicken). Wer aber denkt, daß wir es hier mit einer tiefgreifenden Änderung im Sprachgebrauch der Uni-Verwaltung zu tun haben, der liegt leider falsch. Denn der Irrsinn des feministischen Sprachwahnsinns breitet sich schon seit Jahren in Deutschland und Europa aus, unterstützt von Politikern sämtlicher Parteien und den Journalisten fast aller Medien. Die Änderung von Türschildern und Briefbögen würde daher im allgemeinen Gender-Kauderwelsch der Universitäten kaum auffallen. Verstehen könnten es Nicht-Akademiker sowieso nicht, die schon beim Aussprechen solcher Wörter wie

  • StudentInnenrat
  • Promovierendenrat
  • Studierendenvertretungen
  • ProfX Lann Hornscheidt

Probleme haben. Was soll man sich als normaler Mensch auch schon unter einem „ProfX“ vorstellen? Oder muß man dazu eher schon außergewöhnlich sein, also ständiger Besucher von 3sat, Phoenix und WDR3, um zum eingeweihten Kreis derjenigen zu gehören, die wissen, was ein „ProfX“ ist? Wer gerne mehr aus diesen eingeweihten Kreisen erfahren will, sollte einen Blick auf die Webseite von Lann Hornscheidt an der HU-Berlin werfen. Dort findet man – in roter Schrift deutlich vom anderen Text abgegrenzt – folgende Aufforderung:

Wenn Sie mit Profx. Lann Hornscheidt Kontakt aufnehmen wollen, achten Sie bitte darauf, geschlechtsneutrale Anreden zu verwenden.
Bitte vermeiden Sie alle zweigendernden Ansprachen wie „Herr ___“, „Frau ___“, „Lieber ___“, oder „Liebe ___“.
Eine mögliche Formulierung wäre dann z. B. „Sehr geehrtx Profx. Lann Hornscheidt„.
Andere Möglichkeiten werden auf der persönlichen Homepage erwähnt.

Fast könnte man es sich denken, daß diese an ihrem akademischen Titel klebende Nicht-Wissenschaftlerin Hornscheidt für die Aktion der Leipziger Hochschulrektorin Beate Schücking Sympathie empfindet. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung lesen wir zum Thema „Professorin“:

Die SZ fragt ([12]):

Sie glauben, dass der Titel „Professorin“ in Ihrer Grundordnung dafür sorgt, dass mehr Frauen in die Wissenschaft gehen?

Schücking antwortet:

Es ist ein symbolischer Akt. Aber vielleicht hilft er, die Debatte über Geschlechtergerechtigkeit an den Unis zu beleben. Gerade an der Spitze haben wir auch in Leipzig noch viel zu wenig Frauen.

„Gerade an der Spitze…“ Um die Spitze geht es vor allem, das legt die Wortwahl von Frau Schücking nahe. Da, wo man „spitzenmäßig“ viel Geld verdienen kann und wo man ebenfalls „spitzenmäßig“ Einfluß auf die restliche Gesellschaft ausüben darf.

Ab 1. Januar 2016, das wissen wir inzwischen, herrscht auch im DAX Geschlechtergerechtigkeit: dann greift nämlich die Frauenquote der Ministerin Schwesig. Ab diesem Zeitpunkt ist nicht mehr Fachkenntnis an der Spitze deutscher Unternehmen gefragt, sondern die Zugehörigkeit zu einem speziellen Geschlecht. Für Lann Hornscheidt und alle anderen menschlichen Wesen, die nicht so genau wissen, ob sie nun männlich, weiblich oder irgendwas dazwischen sind, ist das keine gute Nachricht: denn so bleiben sie leider ausgegrenzt, was wir alle als schrecklich ungerecht empfinden.

Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten, sich für ausgegrenzte Minderheiten einzusetzen. Z.B. könnte man -wie bei den GRÜNEN schon geschehen (siehe hier) – sich dafür einsetzen, daß die Mitgliederverwaltung aller im Bundestag vertretenen Parteien um eine neutrale Geschlechtskategorie erweitert wird. Da gäbe es ganz viel zu tun, müßten doch Millionen von Formularen umgestellt werden, aber das wäre ja auch eine sehr wirksame Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Während also Millionen begeisterter geschlechtsneutraler Bürger_Innen sich an der schwierigen Umstellung auf eine geschlechtsneutrale Sprache bei Behörden und Parteien beteiligen, bleiben nur ein paar wenige, unbelehrbare faule Volksgenossen übrig, die in den Abwasserkanälen die Exkremente beseitigen und in Kaltwalzwerken und Steam-Crack-Anlagen unwichtige, materielle Arbeiten verrichten.


Beschluss des GRÜNEN Länderrats vom 28.04.2012

Beschluss gender-neutrale Geschlechtskategorie

Rechte von Intersexuellen und Transgendern stärken: Erweiterung der Mitgliederverwaltung um eine neutrale Geschlechtskategorie

Alle personalisierten Formulare (Mitgliedsanträge, Anmeldungsformulare, etc.) von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei denen eine Angabe zum Geschlecht gemacht werden soll, mögen künftig um ein drittes Feld ergänzt werden. Dieses Feld soll einen geschlechtsneutralen Eintrag ermöglichen. Auch in der Verwaltung und Speicherung der Mitgliederdaten („Sherpa“) sollen die Geschlechtszugehörigkeiten „Herr“ und „Frau“ bzw. „männlich“ und „weiblich“ um eine neutrale Kategorie erweitert werden.

Dementsprechend soll in den Anschreiben des Bundesverbandes an jene Menschen, welche sich der neutralen Geschlechtskategorie zugeordnet haben, eine geschlechtsneutrale Anredeform ermöglicht werden.
Dem Bundesvorstand wird aufgetragen, bei den Landes- und Kreisverbänden für die Regelungen aktiv zu werben und sie bei der praktischen Umsetzung zu unterstützen. Der Bundesvorstand möge dem Länderrat über den Fortschritt der Umsetzung berichten.

Vorschläge für die praktische Umsetzung:
Zu 1.) ein geschlechtsneutrales Feld in Formularen:
O Frau
O Herr
O –
Zu 2.) eine geschlechtsneutrale Anrede (als Möglichkeit neben den bestehenden männlichen und weiblichen Anredeformen):
Hallo Andreas, Hallo Claudia, Hallo Kim, …
Liebes Mitglied


Ausschnitt aus dem ESF-Bundesprogramm für den Zeitraum 2007 bis 2013

(ESF = Europäischer Sozialfonds)
In dieser Tabelle [19] werden alle „Begünstigten“ für den o.a. Zeitraum mitsamt der bewilligten Beträge aufgezählt. Die auf Gleichstellung – also Förderung von Frauen – bezogenen Leistungen werden geschickt verstreut zwischen anderen Leistungen aufgezählt, erkennbar sind sie aber an der alphabetisch aufsteigenden Ordnung bei den Namen der Begünstigten. Man braucht nur nach dem Stichwort „Frauen“ bei den Projekten zu suchen, dann wird man schnell fündig.

Hier einige Summen aus der Liste, bezogen auf die Jahre 2010 – 2012:

Frauenförderung in Betrieben, Initiativen, Behörden usw.: 1.105.154,82 Euro
Frauen als Gründerinnen: 384.991,7 Euro
Förderung frauenbezogener Projekte an Hochschulen: 5.137.407,99 Euro

Daneben gibt es noch einzelne Förderungen wie z.B. des Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V., das im Jahre 2011 38.880,00 Euro für sein Projekt „2511B045BQ Bereitstellung von 1 Bürgerarbeitsplätzen im
Rahmen der Beschäftigungsphase des Modell-projekts ‚Bürgerarbeit'“ bekam.

Oder wie Kerstin Ihling-Weber, die 2008 vom ESF 1631 Euro Förderung bekam, man fragt sich nur, wofür? Es reicht offensichtlich, ein „Bio-“ vor den Namen des eigenen Betriebs zu setzen, um förderungswürdig zu erscheinen, wie das Beispiel http://www.bio-naturfriseur.de/ zeigt.

Begünstigte Jahr Unterstützungssumme in Euro
Verein Machtlos E.V., Projektarbeit „Gender & Migration“ in Leipzig 2012 38.675,00 (ESF)
G/I/S/A, Gender-Institut Sachsen-Anhalt PartnG, Entwicklung von Methoden und Instrumenten des Gender Managements für Unternehmen 2012 1.078.570,59 (ESF)
K. Beratungs- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH, „FRAUENSACHE“ – Cross-over-Mentoring für weibliche Führungskompetenz 2012 527.758,05
Bundesarbeitskreis ARBEIT UND LEBEN e.V., Female Professionals: Frauenpotenziale in Betrieben nutzen! 2010 1.097.496,89
AGENTUR DER WIRTSCHAFT GmbH ProDomo – Weiterbildungsprogramm zur Förderung von
weiblichen Fach- und Führungskräften
2010 984.382,48
Ausbildungsgemeinschaft Industrie, Handel und Handwerk e. V. Frauenpower 2011 295.847,38
AWO Seniorenheim Wildau GmbH Expedition Zukunft: Frauen gestalten Arbeit, Leben und
Karriere!
2011 383.142,50
Berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH, Abt.
Bildungsforschung: Frauen in technische Berufe – Förderung der Chancengleichheit von Frauen (FiT)
2012 355.889,23
Bildungs- und Dienstleistungs-Institut Gera GmbH: Mehr Power, Frauen 2012 421.586,73


Anmerkungen und Links

[1] Integriertes Handlungskonzept für Bonn-Neu-Tannenbusch 2010
[2] Sprachreform an der Uni Leipzig: Guten Tag, Herr Professorin, Spiegel Online 03.06.2013
[3] Frauensprache
[4] Die Legende von der weiblichen Lohndiskriminierung
[5] Sprachfeminismus in der Sackgasse
[6] Das Taboo der Gender-Theorie. Geisteswissenschaftliche Geschlechterforschung und die Biologie
[7] Löhne: Die Wahrheit über die Ungleichheit
[8] van Creveld: je härter die Bedingungen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, eine Frau anzutreffen
[9] Der norwegische Wissenschaftler Harald Eia gegen den Gender-Mainstream
[10] SPIEGEL Online: Sprachreform: Uni Leipzig verteidigt Herr Professorin
[11] Gleichstellungsbeauftragter der Uni Leipzig: „Das Denken in den Köpfen ändern“
[12] Interview in der SZ mit Hochschulrektorin Beate Schücking
[13] Bettina Röhl
[14] Bernd Lassahn: Sexismus ist weiblich oder das Märchen vom bösen Buschmann
[15] Christoph Zimmer: Geschlecht und Menge. Gleichschaltung durch Genderpolitik. 2010
[16] Christoph Zimmer: Genderjustiz. 2013.
[17] BBB-Merkblatt „Sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern“#
[18] Agentur für Gleichstellung im europäischen Sozialfonds für Deutschland
[19] Liste der Begünstigten 2007 – 06/2013 (Zielgebiet 1) des europäischen Sozialfonds
[20] Biologen widersprechen Gendertheorie

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