Der Club der gehorsamen Ehefrauen

Einmal in der Woche führt uns der NDR in seiner Sendung  Weltbilder  „bis zum Horizont und weiter“. Diesmal, am 18.10.2011, ging es nach Malaysia, einem der aufstrebenden „Schwellenländer“ aus Südostasien, in denen der Islam Staatsreligion und die Bürger per Gesetz von Geburt an Muslime sind. 60% der Bevölkerung  bekennt sich zum Islam, das Land ist eine Art islamistischer Überwachungsstaat, in dem alles und jedes von einer islamhörigen Regierung und den Behörden kontrolliert wird. Homosexualität ist grundsätzlich strafbar, Pressefreiheit ist in Malaysia ein Fremdwort und Frauen haben, wie überall in islamischen Ländern, nichts zu sagen. Weibliche Wesen, die  gegen das schikanöse Scharia-System rebellieren, bekommen die ganze gnadenlose Unmenschlichkeit der islamischen Gesetze zu spüren. So wurde im August 2009 eine Frau zu 6 Peitschenhieben und einer Woche Gefängnis verurteilt, weil sie in einem Hotel 3 Gläser Bier getrunken hatte [2]. In anderen islamischen Ländern bekommt man als Frau für das Tragen einer Hose 40 Peitschenhiebe oder wird wegen “ausserehelicher Affären” vor Gericht gestellt [3].

Schaut man in deutsche Reisekataloge, so findet man hunderte von Reisezielen in Malaysia, Malediven, Ägypten, Türkei und Marokko. Allerdings scheren sich deutsche Touristen einen Dreck um die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in diesen Ländern. Schließlich will man dort seinen durchorganisierten, voll versicherten und kakerlakenfreien Urlaub verbringen, wie es außerhalb des Robinson-Clubs aussieht, interessiert da wenig. Dabei könnte ein Blick über die Mauer zu den friedliebenden muslimischen Familien auch für den deutschen Spießer lohnend werden, besonders wenn er sich den Umgang muslimischer Männer mit ihren Frauen ansieht.


Diesen Blick über die Mauer hat nun das NDR-Filmteam der Sendung Weltbilder gewagt, aus dem ich hier einige Passagen wiedergebe. In der Sendung geht es um einen Club der gehorsamen Ehefrauen, der vor kurzem von einigen malaysischen Frauen mit dem Ziel gegründet wurde, anderen Frauen die Vorzüge einer polygamen Familie näherzubringen. Der Film beginnt mit einem Blick in das Wohnzimmer eines malaysischen Unternehmers, wo dieser samt 4 Frauen und 24 Kindern hockt und dem NDR-Team mit immer gleichem Lächeln dessen Fragen beantwortet:

Sprecher: Lokman Hakim Pfordten , Unternehmer in Malaysia, hat eine große Familie: 4 Frauen und 24 Kinder.
Die Kamera zeigt uns dann kurz die 4 Frauen, jede natürlich bis auf das Gesicht verhüllt, zusammen mit ihren Kindern, bei denen übrigens auch die ganz kleinen Mädchen ein Kopftuch tragen. Warum wohl?

Lokman: Es macht Spaß, so eine Riesenfamilie zu haben, mit den Frauen und all den Kindern, wir teilen alles, die Gefühle, die Liebe, das Essen, einfach alles.

Besonders wenn man selbst als oberster Befehlshaber bestimmt, wie geteilt wird. Denn ohne einen Führer geht es nicht:

Sprecher: Die polygame Familie hat ein Erfolgsrezept: die 4 Frauen haben zu gehorchen, zu dienen und zu unterhalten. Denn nur einer hat hier das Sagen.

Und das ist eben der immerfort freundlich lächelnde Polygamist Pfordten. In seiner kleinen häuslichen Diktatur ist er der „Führer“, der den anderen sagt, wo es lang geht. Und wehe, wenn sie nicht gehorchen!

Mardiana Rusdi, Ehefrau Nummer 4: Der Islam hat uns gelehrt, unserem Ehemann zu gehorchen. Im Islam ist der Mann König im Haus.

Und das wird uns alles in knapp 2 Minuten Sendezeit zugemutet. Man fragt sich, was denn noch alles kommt… Jedenfalls kommt nun nach Ehefrau Nr.4, wegen der Ausgewogenheit, der Ehemann zu Wort:

Lokman: Selbst wenn du nur eine Frau hast, die nicht gehorcht, ist es schon schwierig genug. Aber wenn du zwei, drei oder vier Frauen hast und keine ist dir gegenüber gehorsam, dann bedeutet das Chaos.

Der Mann weiß, was Ordnung ist: nämlich das Gegenteil von Chaos. Und Ordnung stellt man in menschlichen Gesellschaften am leichtesten durch flache Hierarchien her. Das Gegenteil einer flachen Hierarchie ist das „westliche Gesellschaftsmodell“, wo viele mitbestimmen und einstimmige Beschlüsse in Parlamenten eine Seltenheit sind. So etwas ist einem anständigen muslimischen Polygamisten natürlich ein Greuel. Wieviel einfacher ist da doch sein Ideal: einer befiehlt, und alle anderen folgen. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Sprecher: Um ihre frohe Botschaft unter den Muslimen zu verbreiten, haben die Polygamisten einen Verein gegründet, den „Club der gehorsamen Frauen“.

Die Gründerin dieses Vereins ist, wie kann es anders sein, die Mutter des besagten Familienführers Pfordten. Diese erzählt den deutschen Fernsehjournalisten, daß Männer gar nicht monogam sein könnten. Nur die Vielehe entspräche ihrer Natur, und da stünden die Frauen nun mal in der Verantwortung.

Fauzia Mohamed:Wenn die Frauen unterwürfig sind und ihre Rolle wahrnehmen, Gehorsam leisten, wenns um Sex geht, wird der Mann sie gut behandeln, er wird sich um sie kümmern und dankbar sein.

Aber was, wenn die Damen mal nicht unterwürfig sein wollen? Wenn sie mal Lust auf ein Bier haben? Oder sich mal einen Film mit George Clooney in der Hauptrolle ansehen wollen? Oder ihre Liebe auch mal „teilen“ wollen, vielleicht mit dem Nachbarn um die Ecke? Was dann? Dann gibts Schläge und Peitschenhiebe, und gegebenenfalls wird man per Steinigung aus der Familie verabschiedet, was für den Hausherrn den Vorteil hat, daß er sich schon wieder eine neue Ehefrau suchen darf.

Sind die Mitglieder (pardon, die Mitgliederinnen) des Clubs der gehorsamen Ehefrauen also alles ungebildete, aus einer mittelalterlichen religiösen Wahnwelt übrig gebliebene Kreaturen? Aber nicht doch! Hören wir, was uns der Sprecher des NDR dazu zu sagen hat:

Sprecher: Auch in der polygamen Vorzeigefamilie bedienen gut ausgebildete Frauen. Sie arbeiten als Lehrerin und Managerin, und nur eine von ihnen beschränkt sich auf die Rolle der Hausfrau und Mutter.

Donnerknall! Die Damen, die gerne ihren Mann im Bett und anderswo bedienen, sind also richtig moderne polygame Ehefrauen. Sie arbeiten als Lehrerin oder Managerin. Wer hätte das nach den Bildern in dieser Sendung gedacht! Und nur eine ist das, was bei uns zu Hause in Deutschland niemand mehr sein will: Hausfrau und Mutter. Also scheint doch alles halb so wild, die Malaysier sind auf dem richtigen Weg, und ihre Frauen haben auch die richtigen Berufe, sind Lehrerin oder Managerin, und nicht etwa Kampfschwimmerin oder Evolutionsbiologin.

Und damit die vier Ehefrauen Beruf, Kinder, Mann, Religion und Haushalt unter einen Hut bekommen, haben sie strenge Regeln eingeführt:

Lokman: Alle zwei Tage wird gewechselt. Zwei Tage mit der Ersten, zwei Tage mit der zweiten usw. Und wenn ich meine Geschäfte mache, bin ich mit Freunden unterwegs, und danach bin ich wieder bei der Frau, die dann an der Reihe ist.

Ja, so einfach ist das: die Ehefrauen sitzen zu Hause rum und warten darauf, daß sie „an der Reihe sind“. Wenn der Chef mal auf Dienstreise ist, gucken halt alle gleichermaßen in die Röhre, und wenn er wieder da ist und vergessen hat, welche seiner Frauen „an der Reihe ist“, dann schaut er schnell im Hauskalender nach – letzte Woche war Frau Nr.2 dran, also muß es heute Frau Nr.3 sein. Und wenn die jetzt als „Managerin“ auf Dienstreise ist? Keine Bange – der Fall wird nicht eintreten, denn diese Sorte Managerin war damit nicht gemeint. Aber das wußten wir ja schon.

Tja, da sitzen sie nun, die private Sex-Warteschlange des malaysischen Polygamisten und drucksen um das Thema herum.

Sprecher: Die 4 Frauen wollen wie Schwestern sein – Eifersucht komme schon mal vor, geben sie zu. Und dennoch:

Ehefrau Nr.1: Ich sehe das so: wir sind 4 Frauen, und jede hat ihre eigenen Qualitäten, die die andere nicht hat. Zusammen ergeben wir eine gute Kombination, um unseren Ehemann glücklich zu machen.

Ehefrau Nr.4:Jemanden zu befriedigen ist keine leichte Sache, für niemanden, was der andere will, ist nicht immer das, was man selbst will…

Oh, oh, Frau, siehst du deinen Mann auf dem Sofa neben dir, wie er dir in Gedanken schon wieder 20 Peitschenhiebe verpasst?

Ehefrau Nr.4:Ich versuche mein Bestes, für den Partner müssen wir nun mal Opfer bringen…

Anderen Frauen, die noch nicht so richtig wissen, wie man sich als Ehefrau in einer polygamistischen WG verhält, erteilt der Club Unterricht in einem Restaurant in Kuala Lumpur. Dort bereiten die Polygamisten den Nachwuchs auf seine Aufgaben vor. Nach einem Kochkurs kommt die Theorie: stocksteif sitzen die „Schülerinnen“ in zwei Reihen vor Fauzia Mohamed, die ihnen beibringt, wie man in einer polygamen Ehe den Mann befriedigt:


Fauzia Mohamed:Sie müssen vorbereitet sein, bevor der Ehemann nach Hause kommt. Wenn sie verheiratet sind, müssen sie sich herausputzen, Sie müssen betörend und verführerisch sein. Und wenn der Ehemann dann ein Bedürfnis verspürt, sind sie jederzeit bereit für ihn.

Sonst noch was? Eine „Schülerin“ berichtet über Probleme mit ihrer Schüchternheit:

Balquis Ranli: Am Anfang war ich schüchtern. Aber ich habe gelernt, daß Gott möchte, daß wir so sind, um ein glückliches Leben führen zu können. Ich darf nicht schüchtern sein, das ist etwas, das ich nicht tun muß. Ich fühle mich jetzt bereit.

Bereit, dem Führer zu folgen.

Lokman: Polygamie ist doch sehr modern! Ich kommuniziere mit meinen Frauen mittels moderner Technik, mit Blackberrys, und es hindert meine Frauen doch keiner daran, ihre eigene Karriere zu verfolgen. Das ist doch das schöne an der Polygamie!

Besser kann man nicht dokumentieren, was dieses System, in dem man angeblich „Liebe, Essen, Gefühle, einfach alles“ miteinander teilt, aus den Frauen macht: unterwürfige, ängstliche und künstlich dumm gehaltene Menschen, die ihren Alltag nach den perversen und unmenschlichen Regeln einer islamistischen Diktatur ausrichten.

[1] Der Club der gehorsamen Ehefrauen, NDR, Sendedatum: 18.10.2011 23:25 Uhr
[2] August 2009: 6 Peiteschenhiebe für drei Gläser Bier
[3] Frau wird im Sudan wegen Tragens einer Hose zu 40 Peitschenhieben verurteilt
[4] Zettels Raum zum Fall:Warum leistet Frau Kartika Sari Dewi Shukarno gemeinnützige Arbeit? Und warum wurde sie nicht ausgepeitscht? Scharia in Malaysia

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3 Antworten zu Der Club der gehorsamen Ehefrauen

  1. Tja, da willst du wohl deinen westlichen Blickwinkel anderen Kulturen überstülpen.

    1) Wie kommst du darauf, dass es Frauen in Malaysien schlecht geht? Hast du zum Beispiel irgendwelche Selbstmordraten von muslimischen Frauen, um deine Thesen zu untermauern?

    2) Polygynie ist vor allem FÜR MÄNNER schlimm. Weil nämlich zu wenige Frauen übrig bleiben. Bevor du dich also für, ach, für die armen unterdrückten Frauen einsetzt, solltest du lieber einen Blick auf männliche Opfer werfen.

    • vonhaeften schreibt:

      „Tja, da willst du wohl deinen westlichen Blickwinkel anderen Kulturen überstülpen.“

      Das behauptest du.

      „1) Wie kommst du darauf, dass es Frauen in Malaysien schlecht geht? Hast du zum Beispiel irgendwelche Selbstmordraten von muslimischen Frauen, um deine Thesen zu untermauern?“

      Nein, brauche ich auch nicht. In meinem Artikel ging es nicht um den Beweis für eine angebliche schlechte Lage der Frauen in Malaysien.

      „2) Polygynie ist vor allem FÜR MÄNNER schlimm. Weil nämlich zu wenige Frauen übrig bleiben. Bevor du dich also für, ach, für die armen unterdrückten Frauen einsetzt, solltest du lieber einen Blick auf männliche Opfer werfen.“

      Die Familien zerfallen in zwei Mengen: solche mit mehreren Ehefrauen und solche mit genau einer. Ich habe mich lediglich mit der ersten Menge beschäftigt. Man muß schon arg daneben gucken, wenn man aus meinem Artikel eine Ausgrenzung männlicher Opfer herauslesen will.

      • @VonhAeften (((„In meinem Artikel ging es nicht um den Beweis für eine angebliche schlechte Lage der Frauen in Malaysien.“)))

        Ach so, da hab ich wohl missverstanden, was der folgende Satz bedeuten soll:

        unterwürfige, ängstliche und künstlich dumm gehaltene Menschen, die ihren Alltag nach den perversen und unmenschlichen Regeln einer islamistischen Diktatur ausrichten.

        @VonhAeften (((„Man muß schon arg daneben gucken, wenn man aus meinem Artikel eine Ausgrenzung männlicher Opfer herauslesen will.“)))

        Tja, das Nichterwähnen der meisten Opfer und das Konzentrieren auf eine vernachlässigbar geringe Anzahl von Opfern _IST_ Ausgrenzung.

        Ich hoffe, dass es dir eine Lehre sein wird, und dass du bei einem deiner nächsten Artikel über den Islam die männlichen Opfer nicht absichtlich negierst.

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