Gender Mainstreaming III: Österreichs Nationalhymne soll umgeschrieben werden

Bildquelle: Wikipedia, Derhuti

Was den Wahnsinn des Gender-Mainstream betrifft, sind uns unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz durchaus ebenbürtig. Denn wie anders soll man das Interview mit der ehemaligen österreichischen Frauenministerin Maria Rauch-Kallat verstehen [4] einordnen, in dem es um eine geschlechtergerechte Version der Nationalhymne geht? Man muß sich das nur einmal vorstellen: Statt über Finanzkrisen, Gletscherschmelze und Bildungsmisere in der Heimat zu reden, debattieren die Abgeordneten des österreichischen Parlaments über ihre Nationalhymne und deren angebliche Frauenfeindlichkeit. In dieser Hymne heißt es nämlich:

Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne

Söhne! Volk! Du meine Güte, hat etwa Jörg Haider die Hymne entworfen? Oder ist das noch ein Überbleibsel aus den Zeiten des gebürtigen Österreichers Adolf Hitler?
Jedenfalls kann dieser Schlag ins Gesicht der emanzipierten Österreicherinnen von so jemandem wie der (ehemaligen) Frauenministerin Rauch-Kallat nicht hingenommen werden, noch weniger von ihrer Interviewpartnerin Janine Wulz, ihres Zeichens Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) und Mitglied bei den Grünen und Alternativen StudentInnen, GRAS. Was wollen die Damen also gegen diese seit 1947 von Burschenschaften, Abgeordneten und Fußballern gesungene Hymne unternehmen? Man ahnt es schon: das Ding muß geändert werden, die Töchter müssen auch mit rein. Hinfort soll also nur noch so gesungen werden:

Heimat bist Du großer Töchter, Söhne…

Aber wie erreicht man das? Ganz einfach: als Abgeordneter stellt man einen Antrag im Parlament auf Änderung des Textes der Nationalhymne. Und damit die Abgeordneten nicht glauben, daß sie wie bei den Abstimmungen in Nordkorea die neue Hymne einfach nur beklatschen dürfen, hat Frau
Rauch-Kallat

extra mehrere Varianten einsingen lassen, damit die Abgeordneten die Wahl haben.

Das ist wahre Demokratie! Wir alle sind gespannt, wie die Abgeordneten sich im Oktober entscheiden werden. Im Augenblick sind zwar 73% der Österreicher gegen die beabsichtigte Änderung der Hymne [7], aber das war ja schon immer so:die fortschrittlichen Kräfte ändern durch ihre vorbildlichen, revolutionären Taten das Bewußtsein der Massen, und dann sind alle dafür. Und damit das so bleibt, werden die Frauenbeauftragten und Gleichberechtigungsüberwachungskommissare/innen viele neue Mitarbeiter/innen einstellen, die für die korrekte Umsetzung des Parlamentsbeschlusses sorgen. Das gibt dann wieder neue Arbeitsplätze, Österreich wird also statt 22 Millionen Euro pro Tag an Schuldenzinsen vielleicht 22,3 Millionen Euro zahlen, aber es ist ja für einen guten Zweck.

Damit der Leser – pardon, der/die Leser/in – einmal sieht, wie eine mustergültige Institution arbeitet, die sich in Österreich um Geschlechtergerechtigkeit kümmert, sollte er der Magistratsabteilung 57 der Stadt Wien einen Besuch abstatten [5]. Deren Internetadresse wurde übrigens von http://www.wien.gv.at/ma57 auf jetzt http://www.wien.gv.at/menschen/frauen/ geändert. Wie fortschrittlich! Denn „Gleichstellung ist keine Frauenfrage, sondern eine Frage der Menschenrechte“, wie man uns hier mitteilt. Und die gelten sogar für Männer, aber Männer haben nichts auf den Seiten der Frauenabteilung der Stadt Wien zu suchen (und wenn, dann nur unter dem Stichwort „Männergesundheit“).

Das Schönste und gleichzeitig Lächerlichste an den Ausführungen der Magistratsdamen (37 Angestellte) sind ihre Vorschläge für eine geschlechtergerechte Sprache. Im Übungsbeispiel 1 zum Thema „Paarform (Vollform oder Doppelform) in der geschlechtergerechten Sprache“ (Magistratstip: Die Paarform ist natürlich ganz einfach – auch nach dem „Titanic-Prinzip“!) können sich Ahnungslose testen: Lehrerin und Lehrer, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Plural! Schwierig, schwierig…) und schließlich Gast und Gästin. Oder? Nein, wieder nicht aufgepasst, denn nach dem Titanic-Prinzip heißt es doch „Gästin und Gast“.

Spätestens hier darf man sich mit Fug und Recht fragen, ob die Verfasserinnen noch alle Tassen im Schrank haben.
Sieht man einmal ab von der kaum glaublichen intellektuellen Beschränktheit solcher amtlichen Pamphlete, ihrer linguistischen und sprachlogischen Ignoranz, von offen zutage tretenden Gleichschaltungsbestrebungen, so bleibt als schlimmster Kritikpunkt die geradezu gigantische Geldverschwendung übrig, die mit der flächendeckenden Verbreitung des Gender-Mainstreaming einhergeht. Im Wiener Haushalt 2010 sind explizit für Frauen lediglich 8.770.973,32 Euro ausgewiesen, es dürften jedoch weitaus mehr sein, da dieser Betrag nur den Titel „Soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung“ betrifft und es zahllose andere Haushaltstitel gibt, in denen man Frauenförderung verstecken kann. Man vergleiche dazu den Haushaltsentwurf 2011 von NRW, der eine Gesamtsumme aller Leistungen mit frauenpolitischem Bezug in Höhe von 57.544.420 ausweist.

Bleibt die Frage, wie letztendlich über die Nationalhymne entschieden wird. Bei einem Volksentscheid würden die Befürworter wohl lange Gesichter machen, aber im Parlament sitzt ja bekanntlich nicht das Volk, sondern nur dessen Vertreter. Daß die allerdings überhaupt eine Sitzung über dieses Thema anberaumt haben, in der ihnen verschiedene Varianten der Hymne vorgesungen werden, zeigt nur, wie unbekümmert man als Politiker Steuergelder zum Fenster hinauswerfen kann, ohne selbst mit einem Tritt in den Allerwertesten hinterher befördert zu werden.


Anmerkungen und Links

  • Weibliche Studentinnen im letzten Studienabschnitt erhielten die Möglichkeit, befristet bei der MA 14 Dienst zu versehen.[10]
  • Die Schülersprecherin oder der Schülersprecher ist Vorsitzende oder Vorsitzender des Schülerrats. (§ 74 Abs. 3 SchulG)[3]
  • Damit man Daten in dem Repository verändern kann, muss man entsprechende Rechte in dem CVS-Verzeichnis besitzen (und zwar als die/derjenige, als der/die er/sie sich mit der Variablen CVSROOT beim Server ausgibt).einE AdministratorIn

    als welcheR BenutzerIn man sich anmelden soll.
    CVS-BenutzerIn
    die AdministratorIn
    einE BenutzerIn

    [1]

  • …dafür Sorge zu tragen, dass Kolleg/inn/en, Referent/inn/en und Kooperationspartner/innen sich zur freiheitlich- demokratischen Grundordnung bekennen
    ….
    Sie benötigt das Vertrauen sowohl in unsere Projektpartner/innen und in die Referent/inn/en bei

    Als Bildungsträger erachten wir es zudem nicht als unsere Aufgabe, unsere Kolleg/inn/en, Partner/innen und Referent/inn/en auf ihre Verfassungstreue …
    [2]

[1] www.stierand-linuxit.de/Doku/cvs-tutorial.html
[2] Offener Brief der Task Force Education on Antisemitism zur „Extremismusklausel“ für Förderprojekte des BMFSFJ und des BMI
[3] Broschüren des Schulministeriums NRW
[4] „Männer kämpfen mit unfairen Mitteln“, Interview mit der ehemaligen österr. Frauenministerin Maria Rauch-Kallat
[5]Wiener Magistratsabteilung 57 über geschlechtergerechte Sprache
[6] Österreichs Schuldenberg
[7] 73% sind gegen die neue Hymne
[8] Christoph Zimmer: Geschlecht und Menge. Gleichschaltung durch Genderpolitik. 2010
[9] Sprachfeminismus in der Sackgasse
[10] Gender-Budgeting der Stadt Wien 2010

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