Tagesschau: laufend Falschmeldungen über Fukushima

Bei der Berichterstattung über die Geschehnisse in Japan hat sich die ARD-Tagesschau in ihrem Bemühen, dem deutschen BILD-Zeitungsleser mit noch dickeren Schlagzeilen zu imponieren, mal wieder kräftig blamiert. Hatte sie schon am vergangenen Samstag mit der Falschmeldung

In dem beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima hat es eine Kernschmelze gegeben

die Situation so überdramatisiert, daß fast alle deutschen Medien diese Meldung für bare Münze nahmen und ungeprüft weitergaben, so leistete sie sich gestern abend bei der Sendung um 20:00 schlichte 14 nachweisbare Falschmeldungen [6], alle das Geschehen im japanischen KKW Fukushima betreffend. Man kann sich jetzt aussuchen, ob die Quelle dieser Falschmeldungen die vielen sog. „Atomexperten“ von Greenpeace, Ökoinstitut und Umweltverbänden sind, die in den letzten Tagen fast pausenlos von deutschen Sendern interviewt wurden, ob es journalistische Schluddrigkeit ist oder ob wir das einfach der Tatsache zu verdanken haben, daß die Mehrheit unserer Politikjournalisten dem grün-alternativen Spektrum zuzuordnen ist [7].

Auf jeden Fall ist diese Berichterstattung ein weiterer Anreiz, sich mehr mit den ausländischen Medien zu beschäftigen. New York Times, CNN, BBC sowie Washington Post und die Los Angeles Times informieren erheblich nüchterner und zuverlässiger.


Anmerkungen und Links

[1] „Quotenmeter“ über Falschmeldungen der Tagesschau
[2] New York Times
[3] Washington Post
[4] Los Angeles Times
[5] World Nuclear News
[6] Zettels Raum: Die Tagesschau über Fukushima, 14 sachliche Fehler
[7] Studie von Lünenborg über deutsche Politikjournalisten

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2 Antworten zu Tagesschau: laufend Falschmeldungen über Fukushima

  1. Journalisten-Kritiker schreibt:

    Aber auch dieser Blog-Eintrag ist nicht korrekt und unter journalistischen Gerichtspunkten unterirdisch: Woher stammt die Information, dass die Mehrheit der Politk-Journalisten Grün-Alternativ sind? Wer solches Behauptet, muss es belegen können, sonst ist es dummes Geschwätz, was es in Realität auch ist. Die meisten Politik-Journalisten (nicht die überwältigende Mehrheit) ist politisch eher neutral zu sehen. Rechts und Links sind generell recht gleichmäßig verteilt!
    Außerdem wird hier eine Pro-Atom-Stimmung gezeigt, die keinerlei neutrale Distanz zeigt, die die Tagesschau – im direkten Vergleich – noch eher zeigt! Schade!

    • vonhaeften schreibt:

      Bitte lesen Sie folgende Studie:
      Prof. Dr. Magreth Lünenborg
      Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
      Arbeitsstelle Journalistik

      POLITIKJOURNALISTINNEN UND
      -JOURNALISTEN
      Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund
      ökonomischer und technologischer Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus

      Eine Studie im Auftrag des
      Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV)
      und der Gesellschaft für Fachjournalistik
      Berlin, Mai 2010

      Dort finden Sie genug Belege für meine Behauptung.

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