Hamburg Ostern 2010


Wer Hamburg besucht, sollte auf jeden Fall eine Hafenrundfahrt machen. Nicht nur wegen der dicken „Pötte“, die man dort zu sehen bekommt, sondern auch wegen der gewaltigen Kräne, die die stählernen Container zwischen Land und Schiff hin- und herbewegen. Außer auf die behäbig durch die Fahrrinne gleitenden Frachtschiffe mit ihrem funktionalen, aber häßlichen Design kann man ab und zu einen Blick auf eine elegante Jacht werfen, die im Dock bei Blohm&Voss überholt wird.

Auffallend im städtischen Verkehr sind die Wasserstoff-Busse von Vattenfall. Es handelt sich hier nicht um Busse mit einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor, sondern um solche mit Brennstoffzellentechnologie. Die Brennstoffzellen befinden sich auf dem Dach des Busses, der während der Fahrt nichts weiter als ein bißchen Wärme und Wasserdampf an die Umwelt abgibt. Es werden inzwischen 9 Busse mit Brennstoffzellentechnologie im Stadtgebiet eingesetzt.


Dieses Denkmal erinnert an die im 1.Weltkrieg gefallenen Hamburger Soldaten. Im 2.Weltkrieg kamen dagegen nicht nur tausende von Hamburger Soldaten ums Leben, sondern auch Zivilisten, die dem ersten großen Feuersturm des 2.Weltkriegs zum Opfer fielen. Bei 7 Großangriffen der Royal Air Force wurden zwischen dem 24.Juli und 3.August 1943 rund 34000 Hamburger getötet.


Jüdische Mitbürger lebten zum Zeitpunkt der alliierten Bombenangriffe kaum noch in Hamburg: man hatte sie in den Osten deportiert. Von den etwa 24000 Juden, die 1933 noch in Hamburg lebten, waren am Ende des Krieges nur noch 945 übrig. Die Erinnerungstafel auf dem Foto links steht auf dem Gelände der Universität.
Im Stadtteil „Billwerder Ausschlag“ (heute in Rothenburgsort) lag die Schule Bullenhuser Damm, in der die SS im April 1945 zwanzig jüdische Kinder zusammen mit ihren Pflegern erhängte. An den Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren waren zuvor im KZ Neuengamme grausame medizinische Experimente durchgeführt worden, durch die Tat – kurz vor der Besetzung Hamburgs durch britische Truppen – sollte dies vertuscht werden. (Wikipedia)


Stolpersteine heißt das Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, mit dem seit 1995 an die Opfer der NS-Zeit erinnert werden soll. Hamburg hat von allen deutschen Städten inzwischen die meisten Stolpersteine (über 2400).


10 Meter vom Denkmal für die Gefallenen des 1.Weltkriegs entfernt erinnert eine mannshohe Skulptur an jemanden, der mit Hamburg eigentlich nichts am Hut hatte: Ernesto Che Guevara.
Warum die Hamburger nun ausgerechnet diesem Arzt und Scharfrichter, diesem Idol von Dutschke, Sartre und de Beauvoir ein Denkmal setzen mußten, bleibt ein Rätsel.

So können wir uns nur mit Wolf Schneider in der NZZ fragen:

Wie erklärt sich die bis heute ungebrochene Popularität eines Mannes, dessen Wirken ein einziges Desaster war – eines überspannten Selbstdarstellers, der brutal den Tod gab und vor der Wirklichkeit völlig versagte? Die revoltierenden Studenten von 1968 hatten ihr Idol gefunden: den Heiland der Regenwälder, der es gewagt hatte, dem Imperialismus die Stirn zu bieten; das, wovon sie nur redeten, hatte er getan.
Zum Weltruhm aber hätte das noch nicht genügt. Dazu kam wohl, dass er – der Tollkühne, Unbestechliche, Todessüchtige mit seinem phantastischen Lebensentwurf – zum bewunderten, verabscheuten Gegenpol aller satten Bürger der westlichen Welt geworden ist: ein faszinierender Extremfall der Gattung Mensch; unter allen Märtyrern der einzige mit Sex-Appeal; eine unwiederholbare Mischung aus Jesus, Lenin, Tarzan und dem schönen Rudolph Valentino.

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