Bilkay Öney: Burkini-Regelung öffnet Fundamentalisten Tür und Tor

(Foto: Bilkay Öney 2011 als Ministerin in Baden-Württemberg)
Die Berliner Grünen-Abgeordnete Bilkay Öney wird nicht umsonst als Vorzeigetürkin bezeichnet. Die Fernsehredakteurin, Moderatorin und Diplom-Kauffrau ist integrationspolitische Sprecherin der Grünen in Berlin und macht aus ihrer anglophilen Haltung keinen Hehl: sie liebt den britischen Lifestyle (tea-time, tweed), ist Deutsch-Amerikanischer Young Leader 2003 und seit 2008 auch Deutsch-Israelischer Leader [3]. Bilkay Öney kommt aus einer linken Lehrerfamilie – in der Regel das intellektuelle Ambiente von betroffenheitsbesoffenen Gutmenschen, denen zum Thema Zwangsheirat oder Ehrenmord nur die Floskel „es ist alles ’ne soziale Frage“ [4] einfällt. Nicht so die Grüne Bilkay Öney:

  • im Januar 2008 über Roland Koch: Wir müssen ihm auch mal zuhören und nicht gleich alles abwehren, nur weil er ein CDU-Hardliner ist (über den Sturm der Entrüstung und dass alles halb so schlimm gemeint war lese man hier: [1])
  • zum Thema Gewalt unter jugendlichen Migranten in Kreuzberg: nur weil jemand keine Arbeit hat, darf er nicht gewalttätig werden[2]
  • am 22.01.2009 zum Thema „Burkini“ auf ihrer Homepage[9]: Nicht WIR müssen uns muslimischem Recht anpassen, sondern die MuslimInnen müssen sich mit der Mehrheitsgesellschaft arrangieren.

Jetzt hat sich die integrationspolitische Sprecherin in einem Video auf Spiegel-Online [5] zur „Burkini-Regelung“ geäußert:

Ich denke, daß wir durch die „Burkini-Regelung“ den Fundamentalisten Tür und Tor öffnen. Denn wenn wir es ihnen jetzt erlauben, wird es für uns ganz ganz schwer, das dann später zu verbieten. Dann müssen wir nämlich erklären, warum wir es am Anfang erlaubt haben und jetzt verbieten. Deswegen denke ich, wäre es sinnvoll gewesen, das von Anfang an nicht zu erlauben, so sind die Muslime auch stärker dem Integrationsdruck ausgesetzt. Anders ließen sie sich ja nicht integrieren und das finde ich eben sehr fatal.

In der Tat: die Entscheidung des Berliner Sport- und Innensenators Ehrhart Körting, den Ganzkörperbadeanzug („Burkini“) für ein halbes Jahr probehalber beim Frauenschwimmen im Stadtbad Neukölln und dem Bad am Spreewaldplatz in Kreuzberg zuzulassen, ist mehr als fatal. Sie ist gegen die Integration der muslimischen Frauen gerichtet und letztlich eine Anerkennung einer religiös begründeten Vorschrift, die auf einer mittelalterlichen Vorstellung vom menschlichen Zusammenleben und einer reaktionären Sexualmoral beruht. Nicht genug, daß derartige Verhaltensweisen in islamischen Ländern von Millionen Frauen erduldet werden müssen, nein, nun sollen auch wir im aufgeklärten Westen die Unterdrückung von Frauen „respektieren“, andernfalls fühlen sich Muslime „benachteiligt“.

(Klicken Sie auf das Foto links, um einen Film zu sehen) So können nun also in diesen zwei Berliner Hallenbädern – ausschließlich Frauen – sich mit oder ohne Ganzkörperbekleidung im Wasser tummeln. Übrigens wurden die interviewten Frauen leider nicht danach gefragt, warum sie sich überhaupt verhüllen. Sonst hätte man sie ja mal fragen können, was sie von folgendem Koran-Auschnitt halten: (Sure 24, Vers 31):

Kleiderordnung des Koran für Frauen

Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen – bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und daß sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken.

Frauen, die ihre Keuschheit wahren sollen, Väter, Söhne, Brüder, Gatten, männliche Diener ohne Geschlechtstrieb, und das alles noch einmal über mehrere Ebenen miteinander kombiniert, es kann einem schlecht werden, wenn man daran denkt, dass es Menschen gibt, die all das ernst nehmen. Diese Regeln stammen aus einer Zeit, in der man offensichtlich Frauen als benutzbare Gegenstände auffaßte, und ob sie überhaupt Menschen waren oder vielleicht nur Tiere, darüber war man sich auch in christlichen Kreisen nicht so sicher.

Die immer wieder geäußerte Vermutung, der Islam sei doch „eigentlich“ eine friedliebende Religion und es stimme gar nicht, daß diese Scheußlichkeiten im Koran stünden, diese Vermutung ist leider nur ein frommer Wunsch. Jeder kann den Schwachsinn auf Deutsch hier [7] nachlesen und sich davon überzeugen, daß ein beträchtlicher Teil deutscher Muslime offenbar in einer Welt lebt, die wir schon vor ein paar hundert Jahren hinter uns gelassen haben.

Den Berlinern kann man nur wünschen, daß sich Bilkay Öney und ihre Freunde mit ihrer Meinung durchsetzen. Sonst könnte der Innensenator vielleicht auf die Idee kommen, eine Vorschrift zu testen, die es in England seit Juli 2008 gibt [8].

Dort müssen Polizeihunde, bevor man sie zum Erschnüffeln von Sprengstoff oder Drogen in Wohnungen einläßt, die auch von Moslems betreten werden, spezielle „Hundeschuhe“ anziehen. Denn Hunde gelten als „unreine“ Tiere, und die Moslems fühlten sich möglicherweise „beleidigt“, wenn ein solches unreines Tier ihre Wohnung betritt.


Anmerkungen und Links

[1] 10.01.2008 taz: …hat die Grüne Verständnis für Kochs Brachialwahlkampf geäußert…
[2] 09.04.2006 Berliner Morgenpost: Von der Ehre, Vorzeigetürkin zu sein
[3] Deutsch-Israelischer Young Leaders Austausch der Bertelsmann-Stiftung
[4] Cem Özdemir: der Islam ist nicht das Problem, es ist alles ’ne soziale Frage
[5] Bilkay Öney im Spiegel-Online-Video zum Burkini in Berlins Bädern
[6] 19.02.2009 rbbonline: Das Burkini-Experiment
[7] Koran auf Deutsch
[8] 06.07.2008 Times Online: Sniffer dogs to wear ‘Muslim’ bootees
[9] Homepage von Bilkay Öney

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