Naomi Klein: vom Antiglobalismus zum Antisemitismus

Naomi Klein: boykottiert Israel!

„Verblendet“ sei Naomi Klein, die Heilige Modonna der Antiglobalisierungsbewegung, wegen ihres Boykott-Aufrufs israelischer Waren im britischen – tradionsgemäß israel-feindlich eingestellten – Blatt Guardian. So formulierte es Thomas Assheuer in der ZEIT vom 15.01.2009.[8] Kleins Aufruf sei „so empörend wie aufklärend“, es gebe eine „mal offene, mal verdeckte Allianz zwischen Antikapitalismus und Antisemitismus“ und überhaupt sei die Linke seit jeher von einem „ihr unbewußten Judenhass“ durchdrungen.
Da ist was dran. Solche Aufrufe aus dem linken Lager zum Boykott Israels gab es schon in den frühen 80ern in Deutschland. „Boykottiert israelische Waren bis zum Ende der Besatzung und Apartheid“ hieß es da auf Flugblättern, und verteilt wurden die von „antiimperialistischen Gruppen“. Nun ist Naomi Klein nicht der Typ einer Edith Bartelmus-Scholich, die mit ihrer trotteligen Online-Zeitung „scharf-links“ ein „nichtkommerzielles selbstverwaltetes politisches Projekt“ betreibt und davon träumt, ihre nächste Rede auf Kulturzeit bei 3Sat und nicht auf irgendeiner Versammlung zur Vorbereitung einer weiteren Versammlung irgendeines linken Netzwerks zu halten.

Daß die Klein von einem ganz anderen Kaliber ist, macht sie schon fast wieder sympathisch. Naomi Klein ist, was ihren publizistischen Erfolg und ihr eigenes Marketing betrifft, eine Art weiblicher Michael Moore, nur nicht so fett wie der. Sie weiß, wie man mit Verschwörungstheorien Geld macht, lächelt freundlich in die Kamera von 3Sat-Kulturzeit und behauptet, daß der Tsunami und der Hurrikan Kathrina von finsteren Kapitalisten verursacht worden sind – mit Absicht natürlich.

Mossad verursacht Tsunami

Zwar hatten auch schon andere behauptet, der Mossad habe seinerzeit den Tsunami mittels einer unterseeisch gezündeten israelischen Atombombe verursacht. Solche Wahnideen wurden aber nur in den notorisch verschwörungssüchtigen Internetforen geäußert, in denen sich neben religiösen Dogmatikern besonders viele Hartz-IV-Empfänger und Rentner tummeln, um „auch mal was wichtiges zu sagen“. Aber Naomi Klein vertritt ihre Abstrusitäten in Hörsäälen, bei Buchvorstellungen, im Fernsehen und in vielgelesenen Zeitungen – und es gibt genügend Menschen, die darauf hereinfallen. Deshalb war es richtig, daß in einer viel gelesenen Wochenzeitschrift wie der ZEIT der Boykott-Aufruf der Klein als „verblendet“ bezeichnet wurde.

Doch kaum lag die ZEIT zum Verkauf an den Kiosken, fühlte sich ein Redakteur der Internetpostille „linke Zeitung“ [6] mit Namen nemetico von Assheuers Artikel zutiefst beleidigt. Voller Rachedurst setzte sich nemetico ans Redaktionspult der „linke zeitung“ und schrieb:

Ich bin der freien Meinung (gemäß § Art. 5 Abs. 1 GG ), dass der Mann (gemeint ist Assheuer) ein Lügner, Fälscher und Hetzer ist.

Nun muß man wissen, daß der Hauptverantwortliche des linken Schmierenblattes der „Operettentrotzkist“ Peter Weinfurth ist. [7] Dieser verkauft im Hauptberuf Lehrgänge über chinesische Medizin, ist also m.a.W. („freie Meinung“ gemäß § Art. 5 Abs. 1 GG ) ein Quacksalber, Wünschelrutengänger und Anhänger okkulter Rituale. Im Nebenberuf trauert Weinfurth seiner glorreichen Zeit als studentischer Arbeiterführer nach und schreibt zum Ausgleich Artikel in der „linke Zeitung“, z.B. über „Armes altes Sderot. Armes bemitleidenswertes Sderot.“

Unmenschen in der israelischen Regierung

In diesem antizionistisch aufgeheizten redaktionellen Klima konnte sich der Schreiberling nun so richtig austoben:

Es pfeifen längst die Spatzen von den Dächern, dass die Unmenschen in der israelischen Regierung den Krieg vorsätzlich und eiskalt kalkulierend begonnen haben.

Davon schreibt dieser Mensch natürlich nichts. Davon will er bestimmt auch nichts wissen. Verträgt sich offenkundig mit mit seiner „Standesehre“ (kotz, erbrech).

Erika Fuchs, die Übersetzerin der Comic Klassiker von Carl Barks, würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn sie wüßte, wer hier „kotz, erbrech“ schreibt.
Vielleicht hat, während „nemetico“ wie weiland Donald Duck beim Anblick seines Neffen Gustav Gans mit „kotz, erbrech“ seinen Abscheu vor dem Schreiber der „transatlantischen PUBLIC AFFAIRS – Postille ZEIT“ kundtat, ihm der ebenso empörte Weinfurth zur Beruhigung ein Glas Wasser gereicht – zu mehr reichten die Vorräte im „linke-Zeitung-Kollektiv“ wahrscheinlich nicht. Wodurch „nemetico“ aber auch nicht nüchterner wurde.

Auch über die Rechtschreibung des „linke-Zeitung-Redakteurs“ muß man sich wundern. Zu seinen Gunsten wollen wir annehmen, daß er entweder betrunken war oder sich sein Blick aufs Papier durch die innerliche Empörung verdunkelt hatte.

Die Gründe dieses Boykotts – bloß nicht darüber nachdenken, ja nicht der Wahrheit ins Gesicht sehen.
Die „Empörung“ des Herrn Assheuer ist also nach meiner Meinung vollständig aufgesetzt, auftragsgemäß, in keiner Weise wahrhaftig, reine Attitüde.

Widerlich.

Der Leser soll bloss nicht weiter darüber nachdenken, „hängen bleiben“ soll: Israel- Boykott, das ist genau das, was die Nazis damals machten.

Und das machen die Nazis auch noch heute. Und die Linken. Alle in einem Boot. Auch die von der „linke Zeitung“, von „scharf-links“, von der NPD oder von der „Roten Fahne“ und wie sie alle heißen.

Judenhass auf deutschen Strassen

Es wird aber nicht nur zum Boykott aufgerufen. Zum Boykott israelischer Waren, Geschäfte oder Firmen ruft man nur im vornehmen akademischen Milieu auf. Ganz unverblümt (Norbert, wir grüßen dich) äußert man sich dagegen auf deutschen Strassen: Hier kann man hören und sehen, was gewisse Teile unserer Bevölkerung am liebsten mit den Juden machen würden:

  • Tod, Tod, Israel
  • Kindermörder Israel…Massenmörder Israel
  • Juden raus aus Palästina
  • Tötet die Juden
  • Jude, Jude, feiges Schwein

  • Mörder, Mörder…

Anmerkungen und Links

[1] Report München am 5.1.2009: Ausharren im Raketenhagel[1]
[2] Israelis eröffnen medizinisches Notfall-Zentrum am Grenzübergang Erez
[3]30.05.2006: Britische Professoren fordern Boykott israelischer Universitäten und Forscher
[4] Wikipedia über Naomi Klein
[5] Guido Westerwelle über das neue Buch von Naomi Klein
[6] „linke zeitung“ über den ZEIT-Artikel zu Naomi Klein
[7] Die deutsche Linke und ihr Haß gegen Israel am Beispiel des „Operettentrotzkisten“ Peter Weinfurth
[8] Thomas Assheuer in der ZEIT zu Naomi Klein
[9] Rote Fahne News
[10] scharf-links
[11] DKP berlin
[12] Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands

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