Von scharf-links bis scharf-rechts: Nazi-kompatible Vorzeigejuden in linken Schmierenblättern

„Ich heiße Pappé und treibs mit jedem, auch mit der Nachgeburt des Völkischen Beobachters“ schrieb Henryk M. Broder [4] auf der Achse des Guten. Damit spielte er auf das Interview an, das Ilan Pappé der National-Zeitung in der Ausgabe vom 21.03.2008 gegeben hatte ([5], [3]). Diese rechtsextreme Zeitung ist in der Tat nichts anderes als eine Nachgeburt der nationalsozialistischen Postille , ähnlich wie die DKP-Zeitung „Unsere Zeit“ (UZ) eine Nachgeburt des „Neuen Deutschland“ ist.

Interessanterweise haben sowohl die linken wie die rechten Nachgeburten einen gemeinsamen bevorzugten Interviewpartner: nämlich den „Israelkritiker“ jüdischer Abstammung. Den lieben sie ganz besonders. Dieser Obsession unterliegt auch „scharf-links“, eine der vielen „linken“ online Zeitungen, die als Abspaltung von anderen linken „Projekten“ ein kurzfristiges Dasein führen, bis ihre Schreiberlinge sich wieder mal zerstreiten und neue „Projekte“ generieren. Das Outfit ist überall dasselbe: viel rot, viele Fahnen und viel dummes Geschwätz über Arbeiter, Bewegungen und Theorie. So ist auch scharf-links selbstredend ein „nichtkommerzielles selbstverwaltetes politisches Projekt“. Das Impressum verrät uns, daß die Autoren von der Hand in den Mund leben: „Kein Autor erhält Honorar“. Bekämen sie welches, würden sie es natürlich sofort der Arbeitersolidarität, der roten Hilfe oder dem kubanischen Milchfonds spenden.

Hauptverantwortlich für „scharf-links“ zeichnet Edith Bartelmus-Scholich, die im November 2007 zusammen mit drei anderen „Redakteuren“ das stramm marxistische Online-Magazin von Peter Weinfurth [7] verlassen hat, als dieser aus seinem Blatt „ein Internetportal“ machen wollte, das

„organisierten Anti-KapitalistInnen, KommunistInnen, SozialistInnen, Anti-ImperialistInnen die unzensierte Veröffentlichung ihrer Positionen erlaubt, ja in den Mittelpunkt stellt.“ [8]

Im Mittelpunkt steht aber schon lange Peter Weinfurth selbst. Dieser in den Untertagebau der menschlichen Intelligenz abgetauchte Größenwahnsinnige behauptet nämlich nichts anderes, als daß er der sozialistische Messias der Arbeitermassen sei:

Der Kapitalismus ist inzwischen derart verrottet, dass er nur noch Finanzkrisen, Sozialraub und Kriege hervorbringt. In der Geschichte der Klassenherrschaft verliefen die Veränderungen der Gesellschaftsformen immer abrupt. Es könnte also gerade jetzt jederzeit zu einer heftigen antikapitalistischen basisdemokratischen Bewegung kommen, die ein Orientierungspunkt auch im Internet benötigt. Diese Aufgabe hat sich heute schon die Linke Zeitung vorgenommen. Sie will heute bereits in die Klassenauseinandersetzungen orientierend eingreifen und auch rechtzeitig entwickelt sein, wenn die eruptive antiparlamentarische soziale Bewegung die Bühne der Geschichte betritt.

Während also Peter Weinfurth, von Beruf Verkäufer von esoterischem Klüngelkram und in seiner Freizeit marxistischer Diktator der „Linken Zeitung“, nun endlich seine Vorstellungen vom „Holocaust in Gaza“, den „amerikanischen Kriegstreibern“ und dem „Widerstand der Hamas/Hisbollah“ ungehindert ausbreiten kann und mit dem grenzdebilen Schwachsinnigenverein seiner „Linken Zeitung“ in die „Klassenauseinandersetzungen orientierend eingreifen“ möchte, zogen Edith Bartelmus-Scholich und ihre drei Mitstreiter beleidigt von dannen und gründeten „innerhalb weniger Tage“ ein neues, genauso bescheuertes Internetportal, nämlich

scharf-links
die ’neue‘ linke online Zeitung, emanzipatorisch, gegeninformativ, undogmatisch.

(es hätte nur noch „unabhängig“ gefehlt). Als Startkapital diente die von Bartelmus-Scholich bei ihrem Abgang sinnigerweise mitgenommene Newsletter-Adressenkartei von 13000 Personen. Diese müssen sich nun jeden Tag aufs Neue entscheiden: Wollen sie Weinfurths „sozialistische rätedemokratische Onlinezeitung“ oder lieber Bartelmus-Scholichs Texte auf ihrer sich „emanzipatorisch, gegeninformativ und undogmatisch“ gebenden Website lesen? Beide sind auf jeden Fall nur schwer zu ertragen, besonders für Menschen, die sich dem „reformistischen und kleinbürgerlichen“ Lager zurechnen. Wer aber als „ganz normaler Deutscher“ seinen Hang zum Abwälzen der deutschen Schuld auf die „eigentlich Schuldigen“, nämlich die Amis und den militärisch/industriellen Komplex in den USA und Israel bestätigt sehen will, der ist bei Peter Weinfurth mit seinen täglichen Haß-Schlagzeilen gegen Israel bestens bedient:

  • „Israel bereitet Krieg vor“
  • „Großmanöver Israels“
  • „Olmert: Wir sind für einen Angriff auf den Iran“
  • „Merkel in der Knesset: Wenn Propaganda und Lügen zur festen Angewohnheit geworden sind“

„scharf-links“ dagegen begnügt sich damit, fremde Federn die schmutzige Arbeit machen zu lassen:

  • „Israel boykottieren und sich mit Palästina solidarisieren“
  • Interview mit dem Kommandanten der Hamas-nahen Kassam-Brigaden, Abu Mohammed
  • AIC-Stellungnahme verurteilt den israelischen Massenmord in Gaza
  • Erster Besuch auf dem Gaza Streifen. Eine unmögliche Situation für die 1,5 Mio Palästinenser. Wirtschaft zusammengebrochen
  • Überzeugende Ostermärsche bei Frost, Schnee und Regen
    Nein zu Kriegseinsätzen
    Afghanistan, Irak und Nahostkonflikt die bevorzugten Themen
  • „Der einzige Weg zum Frieden: Die Welt muss Israel stoppen“

Daß Israel endlich „gestoppt“ werden möge ist sehnlichster Wunsch des israelischen „Friedensaktivisten und Kommunisten“ (Foto links: Xavier Malafosse, alias Simio sur Wikipédia ou Simio Sapiens sur Flickr)Michael Warschawski [1]. Warschawski liebäugelt schon lange mit dem Gedanken, daß er nach dem „Stop“ zusammen mit seinem Freund George Habash von der PFLP die Regierung in Jerusalem stellen wird, vorzugsweise könnte er als Aussenminister dienen, weil er sowieso ständig in Europa bei seinen kommunistischen Freunden zu Gast ist und von den Kriegsverbrechen der israelischen Armee berichtet. Das Interview mit Warschawski wurde ursprünglich in der „unabhängigen, linken, italienischen Tageszeitung il manifesto“ am 07.03.2008 publiziert, übersetzt hat es ein unter dem Pseudonym „Rosso“ auftretender Deutsch-Italiener, der sich als Mitglied des Gewerkschaftsforums Hannover und der ehemaligen Antifa-AG der Uni Hannover ausgibt. [6] Rosso ist ein fleißiger Übersetzer und als solcher in der linksradikalen Szene heiß begehrt: seine Übersetzungen aus dem „unabhängigen“ il manifesto erscheinen z.B. auch bei der „Jungen Welt“, bei labournetaustria [9], bei der UZ, dem Zentralorgan der immer noch existierenden DKP, und natürlich auch auf den Seiten der Generaldelegation Palästinas in der Bundesrepublik Deutschland [10], alles völlig „unabhängige“ und „undogmatische“ Presseorgane. Hinter Rosso steckt Rosso Vincento, „freier Journalist“ und Mitarbeiter der „Jungen Welt“. Was man von der „Jungen Welt“ als „linker“ Zeitung zu halten hat, hat Gudrun Eussner in ihrer Untersuchung „Flucht und Vertreibung der Palästinenser
in deutschen Online-Medien“ ([11]) überzeugend dargelegt: stramm antiamerikanisch, antizionistisch und voller Verständnis für China, in dessen innere Angelegenheiten wir uns als dreiste Europäer gefälligst nicht einzumischen haben.[12]

Aus diesem unappetitlichen Umfeld linksradikaler nazi-kompatibler Interviews bedient sich also „scharf-links“, und wenn Edith Bartelmus-Scholich gerade mal nicht mit dem Entwurf einer Resolution
für ihren sozialistisch-feministischen Arbeitskreis, für die „Initiative FrauenRaum beim Sozialforum in Deutschland“ oder für den „Rat des Netzwerk Linke Opposition“ beschäftigt ist und statt dessen das Bedürfnis verspürt, ihren Vorstellungen vom „Widerstand gegen zionistisch-imperialistische Politik“ Ausdruck zu verleihen, dann reicht ein Klick auf die Seite der AntiFa-Ag Hannover und sie kann dort unter immerhin 259 zum Thema Israel/Palästina (der Rest beschäftigt sich zu 90% mit dem Irakkrieg) von insgesamt 335 Interviews der Rubrik „Imperialismus und Krieg“ auswählen. Wie wäre es zum Beispiel mit


„Ist Israel kritisieren antisemitisch ?“ (Interview mit dem Auschwitz-Überlebenden Hajo Meyer aus „il manifesto“ vom 13.8.2003)

So sitzen dann alle in einem Boot:

  • Hajo Meyer, ein deutscher Jude und Auschwitz-Überlebender, der von der israelischen Politik angewidert ist
  • Horst Mahler, deutscher Hitlerverehrer und RAF-Überlebender, glaubt an jüdische Weltverschwörung
  • Nazi-kompatible Vorzeigejuden wie Michael Warschawski, Ilan Pappe und Uri Avnery
  • Edith Bartelmus-Scholich, scharf-linke Frau und Überlebende im Kampf gegen den Linke-Zeitung-Diktator Peter Weinfurth
  • 13000 Abonnenten des Newsletters der Linken Zeitung, die nun auch noch den Newsletter von „scharf-links“ bekommen

Und wohin geht die Reise? Natürlich zur Gründungsversammlung eines neuen Internetportals mit dem Namen „Scharf-antisemitisch – gemeinsam gegen Israel, für Palästina!“…..

Anschliessend lädt Edith Bartelmus-Scholich in den „Frauenraum“ des SfiD (Insiderkürzel für „Sozialforum in Deutschland“). [14]


Im Rahmen des FrauenRaums finden Foren, Workshops und Kulturveranstaltungen auf der Basis von Selbstorganisation statt.

Der Veranstaltungsort für den FrauenRaum ist die Schillerschule, Schillerstr. 33, Eingang von der Goethestraße. Die Schule ist hell und geräumig, von einen ausgedehnten Hof umgeben, wo auch das eine oder andere Zelt stehen könnte. Weite Schlafplätze für Frauen werden in Klassenzimmern bzw. der Turnhalle sein.

Kalte und warme Getränke können im Eingangsbereich erworben werden, am Freitag wird von 17.30 bis 20.00 zum Preis von 8,00 Euro für 100 Frauen ein Vollwertmenü aus der Beginenküche bereit stehen, wozu sich frau besser frühstmöglich unter 0361 56 56 510 anmeldet sollte.

Um 20.00 Uhr am Freitag beginnt die Veranstaltung «Frauen Ungeheuer im kommen» mit der Kabarettistin Gisela E. Marx, anschließend Disko mit der Erfurter DJane Katrin…..

Auf dem Schulhof wird das Shin Tai – Heilungszelt zur Erholung, Energieausgleich und Ruhe der Erfurter Heilpraktikerin Elke Räuber und Kolleginnen einladen.

Zum Abschluss des Frauenraums findet am Samstag ab 11.30 die Tücheraktion des Landesfrauenrats Thüringen statt.

Zum Verkauf werden angeboten: Palästinensertücher und fernöstliche Heilkräuter. Also nichts wie hin!


Anmerkungen und Links

[1] „Scharf-Links“-Interview mit Michael Warschawski
[2] Wikipedia über Michael Warschawski
[3] Gudrun Eussner über Ilan Pappé
[4] Henryk Broder, Achse des Guten, „Ich heiße Pappe und treibs mit jedem…“
[5] Ilan Pappés Interview mit der Nationalzeitung
[6] AntiFa-Ag Uni Hannover
[7] Peter Weinfurth und die „Linke Zeitung“
[8] Warum „scharf-links“ ? von EDITH BARTELMUS-SCHOLICH & HERBERT FRIEDL& JOGA TWICKEL
[9] LabourNet-Austria
[10] Rosso Vincenzo auf der Seite der Generaldirektion Palästinas in der Bundesrepublik Deutschland
[11] Gudrun Eussner: Flucht und Vertreibung der Palästinenser in deutschen Online-Medien (insbesondere der „Jungen Welt“)
[12] Junge Welt über China/Tibet
[13] Ist Israel kritisieren antisemitisch ? Es spricht Hajo Meyer, ein deutscher Jude und Auschwitz-Überlebender, der von der israelischen Politik angewidert ist.
[14]Edith Bartelmus-Scholich und ihr „FrauenRaum“

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