Raketenhagel auf Sderot

Der Raketenhagel gegen Sderot und andere Orte in Israels Süden nimmt kein Ende. Wie das israelische Aussenministerium berichtete, wurden am 09.02.08 bei einem Spaziergang auf einer Strasse in Sderot der 8-jährige Osher Twito und sein Bruder Rami, 19, durch eine Kassam Rakete schwer verwundet. Beide wurden ins Barzilai Hospital in Ashkelon gebracht, wo man Osher ein Bein amputieren mußte. Ihre Mutter Iris und ein weiterer Bruder wurden wegen Schocks behandelt.[1]

Verantwortlich für diesen Überfall zeichnen die Al-Quds Brigaden, der militärische Arm des Islamic Jihads. In Gaza zelebrierten die tapferen Kämpfer ihren „Erfolg“ durch das übliche In-die-Luft-Geballere und durch stolze Siegesmeldungen über die Lautsprecher der Moscheen. Und ebenso stolz verkündete die Hamas, daß sie seit Dienstag, den 05.02., 154 Raketen und Mörsergranaten nach Israel geschossen habe.

Insgesamt sind seit der Machtübernahme der Hamas Mitte Juni 2007 bis zum Ende des Januars 2008 697 Raketen (davon alleine 241 im Januar 2008) sowie 822 Mörsergranaten auf Sderot und den westlichen Negev abgefeuert worden.

Während also im Januar die Raketenüberfälle auf Israel ein Rekordniveau erreichten, flossen die ersten Gelder der Pariser Geberkonferenz direkt in die palästinensische Finanzkasse. Am 17.12.2007 hatte man beschlossen, schlappe 5,15 Milliarden Euro für die nächsten 3 Jahre den Palästinensern zu „geben“, obwohl die doch nur um 3,89 Mrd. Euro für ihren „Reformplan“ erbeten hatten.

PA-Ministerpräsident Salam Fayyad (zuvor Finanzminister der PA und davor Repräsentant des IWF in Palästina) gab bekannt, dass die französische Regierung 24 Mio EUR an die PA überwiesen habe, als Teil ihrer Verpflichtung gemäß der Geberkonferenz von Paris. Das Geld sei direkt an die palästinensische Finanzkasse überwiesen worden als Zeichen des Vertrauens der Geberstaaten. Er hegt die Hoffnung, dass auch weitere Staaten die zugesagten Gelder direkt überweisen. Nach Eingang der Zahlungen würde die Regierung Fayyad die Rentenzahlung an die Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes und der Sicherheitskräfte vornehmen.

Es geht also weiter wie gehabt: Europa und die westliche Welt sorgen dafür, dass die Palästinenser, besser gesagt: die nach Oslo mit westlicher Hilfe hochgezogene PA-Bürokratie, ihre Rente bekommen. Und obwohl der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri die Pariser Konferenz eine „Kriegserklärung“ an seine Organisation nannte, sollen auch nach Gaza die Gelder „fließen“. Denn auch Kassam-Raketen gibts nicht umsonst: 500 Dollar kostet so eine Röhre, die ohne Flugsteuerung aufs geratewohl in Richtung Israel geschossen wird. Wieviel von den Rentenzahlungen und anderen Zahlungen für den gewaltigen Beamtenapparat der PA dann letztlich für neue Waffen ausgegeben wird, weiß keiner so genau, weil die Geldgeber der Palästinenser eine Prüfung der Verwendung schon immer bestenfalls halbherzig vorgenommen haben.

So darf man gespannt sein, wieviel von den etwa 1,6 Milliarden Dollar für 2008 in Form von Kassams bei den Einwohnern von Sderot landen wird. Auf die Idee, die Einwohner dieser geplagten Stadt mit dem vergleichsweise lachhaften Betrag von 9 Millionen Euro für die Befestigung ihrer 800 Häuser zu unterstützen, ist natürlich keiner von den Repräsentanten der über 90 Geberländer gekommen. Oder einfach die Zahlungen zwar in Aussicht zu stellen, aber so lange zurückzuhalten, bis die Raketenüberfälle aufhören.
So wird also weiter Geld in dieses Gebiet gepumpt, es wird keinen Palästinenserstaat Ende 2008 geben und der Großteil der Palästinenser wird von dem Geld sowieso nichts sehen.

[1] Berichte des israelischen Aussenministeriums
[2] 01.02.2008: Raketenfeuer auf israelische Siedlungen (MFA-Bericht)

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