Finkelsteins akademisches Ende


Norman Finkelstein, Vorzeige-Jude linker wie rechter Antisemiten und gern gesehener Gast auf Holocaust-Leugner-Konferenzen, hat es mal wieder geschafft: man hat ihm die Lehrerlaubnis an der renommierten katholischen DePaul University in Chicago entzogen [1]. Das wird den linksextremen Autor einmal mehr davon überzeugen, dass es sich hier nur um eine intellektuelle (jüdische) Verschwörung gegen seine Person handeln kann. Denn Finkelstein ist nach wie vor davon überzeugt, ein echter Wissenschaftler zu sein, wie er es schon im August 2000 kurz nach der Veröffentlichung seines Buches über die Holocaust-Industrie im Interview mit dem Perlentaucher betonte:
Sauer werde ich, wenn meine Wissenschaftlichkeit angegriffen wird und man mir vorwirft, ich hätte Quellen falsch zitiert. Ich habe einen makellosen Ruf, wenn es um den sorgfältigen Umgang mit historischen Quellen geht.

Zwar war im Jahre 2000 Finkelsteins wissenschaftlicher Ruf auch schon nicht mehr so makellos, wie er es sich wünschte, denn ein Jahr später mußte er seinen Dienst bei der City University in New York quittieren. Doch scheint Finkelstein in den darauf folgenden Jahren konsequent an einer Verschlechterung seines Rufes gearbeitet zu haben, mit dem Ergebnis, dass nun auch seine Karriere als Professor an der DePaul University in Chicago beendet ist.

Finkelsteins akademisches Desaster wird ihn nicht daran hindern, weiter seine abstrusen „wissenschaftlichen“ Theorien dem erlauchten Publikum vorzuführen. Er verhält sich hier wie so viele andere, denen der Glaube an eine „Verschwörung“ jüdischer Eliten das Gehirn vernebelt hat.


Vielleicht ist er auch der Ansicht, dass Wissenschaftlichkeit schon dadurch gegeben ist, dass ein Drittel eines Buches aus durchnumerierten Anmerkungen besteht, so wie sich auch die Bücher des Holocaust-Leugners David Irving präsentieren, der einst sogar von Rolf Hochhuth als wissenschaftlich bedeutender Kenner des Dritten Reiches gepriesen wurde.

Irving, der in mehreren seiner Bücher behauptet hatte, Anne Franks Tagebücher seien eine Fälschung, obwohl das BKA bereits 1980 in einem Gutachten ein für alle mal die Echtheit geklärt hatte, verstieg sich im Prozess gegen den Verlag Penguin Books und die amerikanische Religionswissenschaftlerin Deborah Lipstadt zu der Behauptung, dass „auf dem Rücksitz von Senator Edward Kennedys Auto in Chappaquidick mehr Frauen starben als in den Gaskammern von Auschwitz.“

Niemand weiß, warum sich Irving in diesem Prozess entblödete, mit solchen Aussagen seine juristischen Gewinnchancen gegen Null zu treiben. Dagegen hätte Norman Finkelstein als Akademiker mit Lehrbefugnis jedoch wissen müssen, dass Kant’s Kritik der reinen Vernunft schon einmal ins Jiddische übersetzt worden ist.

Dann hätte er sich nämlich peinlich falsche Behauptungen über seinen Intimfeind, den Juden und erfolgreichen Schriftsteller Elie Wiesel, ersparen können. In seinem Buch „Die Holocaust-Industrie“ schreibt Norman Finkelstein höchst unwissenschaftlich:
Elie Wiesel entsinnt sich in seiner viel gepriesenen Autobiografie, dass er, achtzehnjährig und gerade aus Buchenwald befreit, die „Kritik der reinen Vernunft“ -lachen Sie nicht! – auf Jiddisch gelesen habe. Abgesehen davon, dass Wiesel damals nach eigenem Bekunden über keinerlei grammatikalische Kenntnisse des Jiddischen verfügte, ist die „Kritik der reinen Vernunft“ nie ins Jiddische übersetzt worden.
Demzufolge muss Wiesel wohl ein Lügner sein, ein jüdischer noch dazu. Und Finkelstein ein Wissenschaftler, der extrem sorgfältig mit seinen historischen Quellen umgeht.


Wenn da nicht der Molekularbiologe Isof Vaisman wäre. Der hat nämlich im Forum for Yiddish Literature and Yiddish Language in der Zeitschrift Mengele geschrieben, dass die kantische Ethik mit umfassenden Auszügen aus der Kritik der praktischen Vernunft 1929 in Warschau von N.Sheynberg in jiddischer Übersetzung herausgegeben wurde [2].
Wie sagte doch Professor Peter Novick von der University of Chicago:

Keine von Finkelstein behauptete Fakten sollten als bewiesene Fakten angenommen werden, kein Zitat in seinem Buch sollte als echtes Zitat angesehen werden, ohne es sorgfältig mit den Quellen zu vergleichen, die er anführt. . . . Solch eine Prüfung ergibt, dass viele seiner Behauptungen reine Erfindung sind.
Finkelstein selbst hat für den Fall, dass man ihm ökonomisch an den Kragen will, seine Standardausrede: Meine Eltern haben immerhin das Warschauer Ghetto und die Vernichtungslager überlebt.

Und deshalb wird auch ihr Sohn Norman den Boykott der „jüdischen Eliten“ überleben…
Finkelstein, der 1982 auf einer Demonstration vor der israelischen Botschaft in Washinton ein Schild mit der Aufschrift „Israel-Nazis – stoppt den Holocaust im Libanon!“ trug, ist im Grunde eine ebenso tragische Gestalt wie Felicia Langer, Uri Avnery oder Noam Chomsky, die allesamt den historischen Lastenausgleich zwischen den Deutschen und den Juden zugunsten der Deutschen verschieben möchten. Daher sind sie auch so beliebt bei den linken wie rechten deutschen Antisemiten: Schuld sind nicht mehr die Deutschen, sondern – wie gehabt – die Juden.


[1] 08.06.2007: Ablehnung von Finkelsteins Weiterbeschäftigung an der Universität von Chicago durch den Präsidenten Holtschneider
[2] Die Finkelsteindebatte, Herausgegeben von Petra Steinberger, Verlag Piper

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Eine Antwort zu Finkelsteins akademisches Ende

  1. einkritischerblick schreibt:

    Das BKA kann 1980 nicht die Echtheit des Tagebuchs von Anne Frank bewiesen haben.

    Es gibt da einen Gerichtsfall in den USA, den Meyer Levin gegen Otto Frank geführt hat. Er hat $50,000 von Otto Frank fuer seine Idee bzw. Arbeit am Tagebuch der Anne Frank gefordert.

    nachzulesen unter:
    http://ny.findacase.com/research/wfrmDocViewer.aspx/xq/fac.19570312_0041130.NY.htm/qx

    MEYER LEVIN v. OTTO FRANK ET AL. (03/12/57)
    SUPREME COURT OF NEW YORK, SPECIAL TERM, NEW YORK COUNTY

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