Ulrike Putz von SPIEGEL-Online: Schalits Entführung bedeutet Hoffnung für Hunderte palästinensischer Familien

Von deutschen Nahost-Korrespondenten ist man ja allerhand gewohnt. Johannes Zang etwa , seines Zeichens „freier Journalist“ aus Jerusalem, behauptete in der Juli-Ausgabe 2006 der Zeitung Das Parlament, dass „Israel selbst bei der Entstehung der Hamas mitgewirkt haben soll. In welchem Umfang ist ungeklärt. „. Für jemanden wie Zang (siehe seine Homepage) ist klar, dass die Juden selbst daran schuld sind, wenn sie von der Hamas angegriffen werden, und zwar nicht nur, weil sie – wie könnte es anders sein – mit ihrer „völkerrechtswidrigen Okkupation“ den „Widerstand“ (die heilige Kuh der politisch korrekten Nahost-Journalisten) herausfordern, sondern weil sie selbst die Hamas mit geschaffen haben. Zang hat sich zuletzt bei einem Artikel in der ZEIT über den an Skandalen nicht gerade armen Besuch der deutschen kath. Bischöfe in Israel in bewährter Manier über sein Hassobjekt ausgelassen. Seine Ausführungen schlossen mit der Frage eines Journalisten auf einer Pressekonferenz zum Schluss der Reise, auf die Kardinal Lehman die Antwort schuldig geblieben war:

»Verraten wir nicht die Botschaft Jesu, wenn wir angesichts der himmelschreienden Menschenrechtsverletzungen Israels weiterhin schweigen?«

Über etwaige himmelschreiende Menschenrechtsverletzungen der Palästinenser und ihrer zahlreichen Freunde in den Nachbarländern erfährt man bei Johannes Zang nichts.
Das hat er gemeinsam mit Ulrike Putz, Jahrgang 1973, Nahostkorrespondentin des SPIEGEL, deren immer gleiche einseitige Parteinahme für die geschundenen Palästinenser auch in der FAZ, der FR, dem STERN oder auch mal im MERIAN zu lesen sind. Von Berlin aus reist die freie Journalistin durch die Welt und mit besonderer Vorliebe in den Nahen Osten. Schließlich zieht es dort alle Journalisten hin, besonders nach Israel, weil man dort nicht nur gut bewirtet wird, sondern auch die lästige Recherche- und Fotoarbeit von jungen fleißigen freiberuflich tätigen Palästinensern erledigen lassen kann.

Dass Ulrike Putz ganz besonders gerne mit der Hamas liebäugelt, hat sie in verschiedenen Artikeln für den SPIEGEL bewiesen, etwa mit ihrer Beschreibung über ein Fatah-Hamas-Doppelleben: Abu Khaled – am Feierabend in den Heiligen Krieg

In den Headlines des Artikels textet Ulrike Putz:

Er ist 23, studiert, arbeitet tagsüber für die palästinensischen Sicherheitskräfte der Fatah – und wird nachts zum Heiligen Krieger der Hamas.

Das geht ans Herz. Ein ordentlicher Student (Studienfach zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt), arbeitet für die
Sicherheitskräfte der Fatah (Foto links, mit Hitlergruss), sprich: er durchsucht Häuser von potentiellen Selbstmordattentätern nach Waffen, verhindert den Abschuss von Kassam-Raketen auf Israel und beschützt seinen Chef Abbas vor den bösen Buben der Konkurrenz.
Ein Schelm, wer etwas anderes denkt…

Abu Khaled, ein empfindsamer Mensch, der wegen der Mutter nachts immer ein zusätzliches Nokia-Handy dabei hat, dient als ordentlich von der EU bezahlter PA-Polizist nur tagsüber bei den palästinensischen Sicherheitskräften, die von der Fatah kontrolliert werden. Nach Dienstschluss geht er nach Hause, wechselt die Uniform, holt seine eigene Waffe hervor und verwandelt sich in einen Kämpfer der Qasam-Brigaden – des militanten Arms der Hamas.

Wir notieren: Hamas-Mitglieder bewahren ihre Waffen immer zu Hause auf. So wie ihre Uniformen. Zumindest der „militärische Arm“. Es ist sprachlich schon interessant: die Palästinenser sind nicht nur arm, ausgebeutet und vom Staatsterrorismus der Israelis geknechtet, sie haben anscheinend auch mehr Arme als Beine: politische und militärische Arme diverser terroristischer Organisationen tummeln sich im Palästinenserland, dass es eine Freude ist. Wenn nun der Ruf zu den Waffen ertönt, stürzen die Herren „Aktivisten“ in den Keller oder auf den Speicher, reißen ihren Hamas-Waffenschrank auf und stürmen alsbald korrekt ausgestattet in den Kampf gegen Israelis, Fatah und andere „Brüder“.

Anstatt in der Disco einen draufzumachen oder mit der Freundin am Strand turtelnderweise sich vom Kampf gegen die faschistischen Judenhorden zu erholen, sind diese unermüdlichen „Kämpfer“ ständig unterwegs, im Falle von Abu Khaled nur 5 Nächte pro Woche.
Das hat Folgen: tagsüber ist Abu Khaled von der anstrengenden Nachtarbeit etwas schläfrig und drückt daher ein oder 2 Augen zu, wenn seine Kollegen von der Fatah oder PRC oder Islamischem Dschihad mal wieder Raketen gegen Israel in Stellung bringen…

Doch warum macht der „Kämpfer“ das alles? Warum schläft er nur am Wochenende und schleicht während der Woche nächtelang herum? Darauf wissen Ulrike Putz und ihr Protagonist Abu Khaled eine Antwort: „Die israelischen Verbrechen haben meine Gefühle und meine Leidenschaft entfacht.“
Ulrike Putz reicht das als Begründung dafür, dass sich Abu Khaled mit 15 Jahren den Qassam-Brigaden angeschlossen hat. Da muss man als Journalistin nicht extra nachfragen, genausowenig wie beim folgenden Satz: „Die islamische Ideologie ist meinem Herzen und meinem Verstand nahe.“
So einfach ist das mit dem Terrorismus: israelische Verbrechen und die islamische Ideologie legen das Fundament, in dieser Reihenfolge, und schon haben wir Verständnis und Respekt für diesen freundlichen jungen Studenten.

Und so geht es weiter bei Ulrike Putz: im Taxi läßt sie sich von Khaled erzählen, dass er in den vergangenen Jahren israelische Panzer angegriffen, Raketen und Granaten abgeschossen, Minen gelegt hat. Seine Waffen kommen entweder über Tunnels aus Ägypten oder von der israelischen Mafia, womit mal wieder – Johannes Zang läßt grüßen – klar ist, dass die Israelis selbst die Hamas unterstützen. Natürlich kommt auch Khaleds Familie zu Wort, in der vor allem die Geschwister ihren großen Bruder bewundern und selbstverständlich alle so werden wollen wie er.
Doch was würde passieren, wenn die Fatah-Brüder herausbekommen, dass er ein doppeltes Spiel betreibt, indem er nächtens für die Hamas arbeitet? Nun, dann könne es schon mal passieren, dass er auf seine Freunde schießen müßte. „So weit sind wir schon gekommen in Palästina.“

Womit der Text von Frau Putz endet. Er endet hier mit der unausgesprochenen Vermutung, dass „wir hier in Palästina“ deswegen schon so weit gekommen sind, weil uns die israelischen Staatsterroristen keine andere Wahl lassen.

Aber es gibt ja noch Hoffnung: schliesslich wird seit Anfang 2006 die Regierung von der Hamas gestellt, und in die ist Ulrike Putz genauso wie
Helga Baumgarten (Foto links), Dozentin an der Birzeit-Universität in Ramallah, mehr oder weniger verliebt. Denn was vermittelt einem unbedarften Leser folgender Textabschnitt (Die Hamas hat meine Kinder adoptiert):

Der Westen stuft die Hamas als Terrororganisation ein – in Gaza glänzt sie durch sozialen Einsatz. Wichtige Hilfsorganisationen bescheinigen ihr beste Arbeit ohne jede Korruption – kein Wunder, dass die Partei viele Anhänger gewonnen hat.

Es ist klar, was hier vermittelt werden soll: die Hamas ist keine Terroristenbande, sondern in Wahrheit eine vorbildliche soziale Hilfsorganisation, deren Mitglieder sich um Arme, Kranke und Märtyrer-Familien kümmern. Und noch dazu, so Helga Baumgarten – von Ulrike Putz zitiert -, arbeitet die Hamas ohne jede Korruption, anders als ihre Gegner von der Fatah, deren ehemaliger Chef Arafat die Korruption als Staatsziel Nr.1 angesehen hatte. Doch wie sieht es heute aus, nach über einem Jahr Hamas-Regierung?

In den Ministerien und Rathäusern herrscht heute fast wieder dieselbe Vetternwirtschaft und Ämterpatronage, wie sie die Palästinenser aus den Fatah-Jahren gewöhnt sind. Im Gazastreifen fallen an allen Ecken Schüsse, Kriminalität und Diebstahl gehören zum Alltag. (Quelle)

Das muss den beiden Damen irgendwie entgangen sein, kann aber schon mal passieren, wenn man nur mit einem Auge auf palästinensische „Kämpfer“ und „Aktivisten“ guckt.

Entgangen ist den beiden anscheinend auch, dass deutsche Nationalsozialisten mit denselben Methoden auf Menschenfang gingen: Volksküchen, Kraft-durch-Freude-Reisen, Autobahnen und Theater für alle konnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Endziel die Ausrottung der Juden in Europa war.

Ganz unter den Tisch fallen lassen konnte aber Ulrike Putz die terroristischen Aktivitäten ihres geliebten Sozialvereins nicht. Da hätten selbst der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm oder Rupert Neudeck, Gründer des Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V. und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e.V., die beide schon mal gerne vom „Vernichtungskrieg“ der Israelis gegen die Palästinenser reden, da hätten selbst diese beiden Palästinenserfreunde protestiert.

Für eine gewiefte Nahostkorrespondentin wie Ulrike Putz ist das aber kein Thema. Sie schreibt:

Nun ist die Hamas keine gemäßigte Partei: Sie begreift sich als Speerspitze des palästinensischen Widerstands gegen die Besetzung durch Israel.

Mit dieser „Speerspitze des palästinensischen Widerstands“ buhlt Frau Putz geradezu um Verständnis für die Hamas. Die Verharmlosung und Hochstilisierung einer von Grund auf menschenfeindlichen Terroristengruppe zu einer „Widerstandsgruppe“ ist ein Schlag ins Gesicht für diejenigen Menschen, die als echte Widerständler gelten, wie zum Beispiel der Kreisauer Kreis, die Weiße Rose oder der militärische Widerstand, der zum 20.Juli 1944 führte.

Was die Hamas unter „Widerstand“ versteht, kann man besser ermessen, wenn man sich jüngste Aussagen von führenden Hamas-Mitgliedern anschaut:

Khalid Mash’al, Kopf des politischen Büros der Hamas, auf einer Kundgebung zum dritten Todestag von Sheik Yassin:

„Wir werden nie ein Haarbreit des Vaterlandes oder irgendeines unserer Rechte oder irgendeinen Teil unseres Landes aufgeben… Wir werden den Weg des Widerstandes gehen, der keine gerade Linie ist, sondern Rückschläge, Zusammenstösse, eine Runde nach der anderen, Angriffe und Rückzüge beinhaltet. Das Ziel ist Palästina, Jerusalem und Al-Aqsa zu säubern. Dies ist unser Weg gegen die Besatzung, die Hamas war und wird immer stark sein im Jihad [Heiliger Krieg] und im Istish-had [Selbstmordanschläge]“
(Al-Jazeera, 06.04.07)

Das ist das Ziel der Hamas: Palästina, Jerusalem und Al-Aqsa zu säubern. Und zwar von Juden. Genauso wie die Nazis ein judenfreies Europa anstrebten, will die Hamas nun ein judenfreies Palästina.

Doch das ficht Ulrike Putz alles nicht an. Priorität hat der „soziale Charakter der Hamas“.


Nach ihrem überraschenden Wahlsieg im Januar weigerte sie sich, dem bewaffneten Kampf abzuschwören oder Israel anzuerkennen. Dass sie seit ihrer Gründung immer wieder das Mittel von Selbstmordanschlägen nutzt, hat zusätzlich dazu beigetragen, dass sie im Westen als Terror-Organisation eingestuft wird – trotz ihrer Wohltätigkeit im Alltag.

Trotz ihrer Wohltätigkeit im Alltag! Diese Selbstlosigkeit, dieser altruistische Einsatz für die Armen und Geknechteten, diese schönen Hamas-Schulen und Krankenhäuser, in deren Kellern man zur „Sicherheit“ ein paar Raketen und Handgranaten lagern kann, damit die Israelis auf jeden Fall diverser Verstöße gegen Menschenrechte angeklagt werden, wenn sie diese Orte angreifen – da sollte man nicht zu kleinlich sein und die paar Selbstmordattentate nicht zu hoch bewerten. Schliesslich handelt es sich doch um Widerstand!

Denkt sich Ulrike Putz.

Und was sagt Helga Baumgarten zu der Frage, ob die Hamas ihre Wohltätigkeitsarbeit nicht bewusst dazu einsetzt, Sympathien in der Bevölkerung zu gewinnen?


„Das soziale Engagement ist nicht Mittel zum Zweck, ich würde das nicht so instrumentalisiert lesen“, sagt Baumgarten.

Das ist nichts als pseudowissenschaftliches Gefasel einer irregeleiteten Professorin für Sozialwissenschaften an einer palästinensischen Universität.
Sie „würde das nicht so lesen“: besser kann man die eigene Sprachlosigkeit nicht dokumentieren. Ist das soziale Engagement nun ein Instrument oder nicht? Diese Frage mit „ich würde das nicht so lesen“ zu beantworten zeigt deutlich, dass sie am liebsten sagen würde „nein, das ist es nicht“. Aber schliesslich wird diese Aussage in einem bekannten deutschen Nachrichtenmagazin veröffentlicht, und da sollte man sich vor allzu offensichtlicher Befürwortung einer Terroristenorganisation hüten. Sonst ist es bald aus mit den Interviews.


Die Hamas, deren Name ein Akronym für „Islamische Widerstandsbewegung“ ist, wurde 1978 von Scheich Ahmad Yassin (Foto links) gegründet, jenem Mann im Rollstuhl, der später von den israelis in einem gezielten Angriff getötet wurde. Die Hamas ist also eine Organisation mit einer starken religiösen Bindung. Doch selbst der radikal-isalmistische Charakter der Hamas ist für Ulrike Putz kein Anlass zur Kritik:


Anfangs verwaltete der Mann im Rollstuhl, der 1987 die Hamas gründete und 2004 von Israel mit einem gezielten Raketenangriff getötet wurde, die Gelder (für das von ihm 1973 gegründete „Islamische Zentrum“ in Gaza-Stadt) noch selbst, vom Wohnzimmer seines bescheidenen Häuschens ein paar Straßen weiter aus.

„Vom Wohnzimmer seines bescheidenen Häuschens“ aus….
Was muss das doch ein sympathischer, bescheidener Mensch gewesen sein, dass er die Gelder für sein islamisches Zentrum von seinem Wohnzimmer aus verwaltete!

Ulrike Putz ist eine gefragte Nahostkorrespondentin, die auf dem Hamas-Auge eindeutig blind ist. Denn sonst hätte sie in ihren zahlreichen Artikeln doch auch einmal die noch immer uneingeschränkt gültige Hamas-Charta zitiert:

Präambel der Hamas-Charta:
„Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat.“

Eine Organisation, zu deren Grundsätzen solche Meinungen gehören, hat mit ihren angeblichen sozialen Wohltaten nur eines im Sinn: mehr Menschen für mehr Macht um sich zu sammeln, mit dem endgültigen Ziel der Vernichtung der Juden.
Die Hamas leugnet den Holocaust, sie glaubt an die Wahrheit der „Protokolle der Weisen von Zion“, sie will ganz Palästina bis zum Meer unter ihre Kontrolle bringen – alles nachzulesen in ihrer Charta.

Und davon hat Ulrike Putz noch nie etwas gehört? Kaum glaubhaft. Nein, Frau Putz weiß schon genau, warum sie in ihren Berichten über die Hamas-Schergen bestimmte Dinge wegläßt: es würde das von ihr gehegte und gepflegte Bild einer sozialen Wohlstandsorganisation trüben, und ausserdem würden ihre Berichte dann ja wie zionistische Propaganda aussehen, was für eine selbstbewußte linke deutsche Nahostkorrespondentin der absolute Horror wäre.

Vielleicht wollte Ulrike Putz ja mit ihrem Artikel vom 15.04.2007 über

Gilad Schalit, den an der Grenze zu Gaza am 25.06.2006 entführten israelischen Soldaten, nun doch einmal ein paar verständnisvolle Worte über die Israelis äußern. Zumindest läßt der Anfang ihres Artikels darauf hoffen:


Das qualvolle Warten auf die Rückkehr des geliebten Sohns

Aus Mitzpe Hila berichtet Ulrike Putz

Vor zehn Monaten wurde der israelische Soldat Gilad Schalit von Palästinensern entführt. Seitdem leben seine Eltern im Ungewissen. Sie hoffen auf den erlösenden Telefonanruf der Unterhändler, der ihnen ihren geliebten Sohn zurückgibt.

So weit so gut. Über weite Strecken des Artikels hat man das Gefühl, dass Ulrike Putz besonders mit


Noam Schalit, Gilads Vater, großes Mitgefühl hat, und doch wird man das Gefühl nicht los, dass sie auch dieses schreckliche Schicksal wieder in den Dienst ihrer eigenen antiisraelischen Ideologie stellen möchte.
Denn wie anders kann man solche Passagen deuten:

Vor allem aber hat er (Noam Schalit) eins gelernt: Dass die Entführung seines Sohnes für Hunderte palästinensischer Familien Hoffnung bedeutet.
Denn bei dem vorerst letzten Gefangenenaustausch 2004 hatte Israel schon mal 435 Inhaftierte im Tausch gegen einen entführten Geschäftsmann und die Rückgabe dreier Leichen freigelassen. Derzeit sitzen viele tausend Palästinenser in israelischer Haft, ein Teil von ihnen ohne überhaupt angeklagt zu sein. Gilad Schalit ist ein Faustpfand, das Hunderten palästinensischen Familien ihre Söhne und Väter wiedergeben könnte. Vater Schalit weiß das.

Spätestens beim Lesen dieser Sätze geht mir wieder ein Licht auf: Ulrike Putz hat doch nichts dazugelernt. Sie freut sich insgeheim, dass nun hunderte palästinensischer Familien ihre völlig schuldlos eingekerkerten Söhne und Töchter bald wieder in die Arme schliessen können. Die werden dann selbstverständlich friedliebende Friseure und Gärtner und nie im Leben noch mal an Terror gegen Israel denken. Und das weiß ihrer Meinung nach auch Vater Schalit.
Der wollte sich sogar mal als Austauschgeisel den Palästinensern zur Verfügung stellen, aber das wurde ihm von der bösen bösen israelischen Regierung verboten. Überhaupt erscheint die israelische Regierung in diesem Artikel als eine Institution, die dauernd Fehler macht, nicht genügend Informationen herausrückt, zu hohe Forderungen stellt, unnachgiebig ist, kurz gesagt: die sich einen Dreck um das menschliche Elend der Familien der Entführten schert.

So rundet auch dieser Artikel von Ulrike Putz das Bild, was ich von dieser Journalistin habe: sie bewundert die „Kämpfer“ und „Aktivisten“ der Palästinenser und hat für Israel kein einziges gutes Wort übrig. Woran das liegt? Zum besseren Verständnis empfehle ich die Lektüre von Henryk Broders „Der ewige Antisemit, Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls“.


Update 23.04.2007

Noam Shalit kritisiert Hamas-Forderungen

Newsletter der israelischen Botschaft Berlin

Schon seit zehn Monaten wartet Noam Shalit sehnsüchtig auf die Befreiung seines Sohnes Gilad, der von der Hamas als Geisel nach Gaza verschleppt wurde. Aber die Sorge um seinen Sohn hat ihn nicht davon abgehalten, gestern einzuräumen, dass die Forderungen der Hamas nach Freilassung von Gefangenen im Austausch für die Rückgabe seines Sohnes übertrieben sind.

Shalit traf sich gestern wegen der Bekanntgabe der norwegischen Regierung, die neue palästinensische Einheitsregierung anzuerkennen, mit dem Botschafter Norwegens in Israel, Jakken Björn Lian.

Er setzte dem Botschafter auseinander, dass seinem Sohn entgegen dem Genfer Abkommen seit seiner Verschleppung noch nicht einmal der Besuch von einer humanitären internationalen Organisation zugestanden worden ist.

Zu meinem Kummer ist die Hamas nicht bereit Flexibilität zu zeigen und diese Krise zu beenden, sondern stellt stattdessen unmögliche Forderungen an Israel, sagte Shalit dem Botschafter.

Der Norweger entgegnete ihm, dass seine Regierung bei allen ihren Begegnungen mit der palästinensischen Regierung und mit der Hamas Gilad Shalit in Erinnerung rufe und auch weiterhin beabsichtige, dies zu tun. Sein Land sei der Freilassung des israelischen Soldaten verpflichtet, setze aber dennoch seine Kontakte mit den Palästinensern fort.

(Yedioth Ahronoth, 18.04.07)

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