Esther Schapira und Georg M. Hafner mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet

Bei der diesjährigen „Woche der Brüderlichkeit“ am Sonntag in Mannheim wurden Esther Schapira und Georg M. Hafner mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet.
Beide Journalisten arbeiten beim Hessischen Rundfunk und wurden bekannt durch ihr besonderes Engagement zu Themen wie Rechtsextremismus, Antisemitismus, deutsche Vergangenheit sowie Nahost-Konflikt.
Frau Schapira erwähnte bei ihrer Rede zur Eröffnungsfeier der „Woche der Brüderlichkeit“, im Wissen über die Vergangenheit gebe „es viel Nachholbedarf selbst bei Bischöfen“.

Frau Schapira hat mit Ihrer Einschätzung recht: was sich die Würdenträger in Israel in der letzten Woche geleistet haben, fügt sich allzu offensichtlich in das typische Bild des antizionistischen Gutmenschen, dem vor lauter Mitleid mit eingemauerten Palästinensern die kollektive Verantwortung für den millionenfachen Massenmord an den Juden wie ein schwerer Sack von den Schultern fällt. Da kehrt man ja erleichtert nach Hause zurück, und kann mal wieder so richtig empört sein: sind es doch die Juden, die nicht nur Jesus ans Kreuz nagelten, sondern jetzt auch noch die Palästinenser unterdrücken, einsperren, ermorden, aushungern, so wie es früher die Deutschen mit den…aber das ist ja schon lange her.


Schapira ist u.a. bekannt geworden durch ihre Filme
„Drei Kugeln und ein totes Kind – Wer erschoss Mohammed al-Dura“ (Ganz linkes Foto) und „Der Tag, als ich ins Paradies wollte“. Der letztere Film wurde schon vor „Paradise Now“ gedreht, passte aber nicht in die politisch korrekten Gehirne der Filmbeobachter von Amnesty International bis zur Bundeszentrale für Politische Aufklärung, so dass er auch nicht dieselben Ehrungen erfuhr wie „Paradise Now“. Der die Selbstmordattentäter verherrlichende Film wurde zwar von den meisten deutschen Kritikern positiv gesehen, aber es gab auch kritische Stimmen, wie z.B. Esther Schapira im Interview mit der Net-Zeitung:

Esther Schapira über den Film „Paradise Now“:

Häufig wird der Film gelobt, weil es schon als Erfolg angesehen wird, dass ein Palästinenser überhaupt einen Film macht. Das halte ich für reine koloniale Arroganz. Auch ist (der Regisseur) Hany Abu-Assad in Holland zur Universität gegangen und ein bekannter Filmemacher. Er ist also kein Olivenbauer, der plötzlich eine Kamera in die Hand genommen hat. Den Film in dieser bevormundenden Art zu loben, bedeutet, ihn nicht ernst zu nehmen.

Esther Schapira ist also eine kritische Journalistin, die sich dem deutschen Mainstream des Israel/USA-Bashing widersetzt und ganz offen Partei für den Judenstaat ergreift.
Das hat natürlich auch der Muslim-Markt, der „Startpunkt zum Islam für deutschsprachige Gläubige“ (http://www.muslimmarkt.de/) erkannt und schreibt:

„Die deutsche Israelin Esther Schapira leistet ganze Arbeit und setzt alle Ihre Fähigkeiten zur Verteidigung von Staatsverbrechen und Staatsverbrechern ein und outet sich damit als zionistische Propagandamitarbeiterin. (…) Haben die Zionisten schon alles in der Hand und können die deutschen Medien sich aus diesem Würgegriff nicht mehr befreien?“

Da klatschen dann die Protagonisten des Muslim-Markt eifrig in die Hände: Norbert Blüm, Norman Finkelstein, Alfred Mechtersheimer oder Tanja Krienen, deren antisemitische Ergüsse in Politikforen bei den Kosumenten des Muslim-Marktes anscheinend gut ankommen.

Solche Filme zu drehen, wie es Esther Schapira tut, sich in Interviews in der Öffentlichkeit zu einer proisraelischen Einstellung zu bekennen, das ist nicht jedermanns Sache. Denn auch Frau Schapira wurde bedroht, wie Sie mir in einer E-mail berichtete:


Die Frage der Bedrohung kann ich Ihnen auch gern beantworten. Tatsächlich gab es heftige Zuschriften und Anrufe und Reaktionen. Am unangenehmsten war dabei vermutlich ein Aufruf im Muslimforum gegen mich, den das BKA immerhin so ernst nahm, dass ich unmittelbar nach Ausstrahlung des Films bei öffentlichen Auftritten Polizeischutz hatte

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