Hamas nimmt an UNO-Konferenz teil: Aussenministerin Livni sagt Teilnahme ab

Außenministerin Tzipi Livni hat ihre Teilnahme an einer UN-Konferenz in Katar im letzten Moment abgesagt. Die Konferenz findet vom 29.10.-1.11.06 in Doha statt (6th Conference on New and Restored Democracies). Die Entscheidung fiel, nachdem bekannt geworden war, dass auch zwei Hamas-Vertreter des palästinensischen Legislativrats ihre Teilnahme zugesagt hatten. „Israel wird an seinem Kampf gegen die Anerkennung der Hamas durch die internationale Gemeinschaft festhalten“, erklärte ein Vertreter des Außenministeriums. (Newsletter der israelischen Botschaft)

Artikel 7 der Charta der Hamas enthält in folgenden Satz:

„Das jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Moslems nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: ‚Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm‘ und töte ihn.“ (Artikel 7)

Möglicherweise hat die UNO vergessen, was Hamas-Politiker unmittelbar nach ihrer Wahl erklärten:

Hamas „wird keinen Zentimeter des Besitzrechtes Israels an diesem heiligen Land anerkennen. Wir betrachten Israel nicht als Partner, weder jetzt noch in Zukunft“, Hamas-Kandidat Mahmoud Zahar (Associated Press, 18.1.06)

„Ein Dialog mit Israel steht nicht auf der Hamas-Agenda. Hamas anerkennt das zionistische Gebilde nicht und betrachtet Widerstand als den einzigen Weg, gegen den Besatzer zu kämpfen“, so Hamas-Kandidat auf dem ersten Listenplatz Ismail Haniyah (Al-Jazeera, 18.1.06)

Die verschiedenen Sprecher der Hamas haben aufs Neue bekräftigt, dass eine Regierungsbeteiligung der Hamas nach den palästinensischen Wahlen nicht dazu verpflichte, Israel anzuerkennen oder Vereinbarungen mit Israel einzugehen und dass die Bewegung nicht beabsichtige, ihre Waffen niederzulegen. Das sagte Mahmoud Alzahar, hochrangiges Mitglied der Bewegung, am Sonntag. Als Teil der zukünftigen palästinensischen Regierung werde die Hamas eine Vereinigung der bewaffneten Organisationen zu einer einzigen palästinensischen Armee anstreben. Man halte es für möglich, dass eine solche Armee gegen Israel kämpfen könnte. (New York Times, 14.1.)

Warum sollte Israel sich mit solchen Leuten an einen Tisch setzen?

Wie kann es sein, dass ein angesehener Mann wie der EU-Außenbeauftragte Javier Solana in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Jerusalem Post vom 26.10.2006 folgenden Satz von sich gab:


Ich kann mir nicht vorstellen, dass der wirkliche religiöse Imperativ jemanden dazu bringt, ein anderes Land zu zerstören. Das wäre ein Missbrauch der Religion. Ich glaube daher nicht, dass es das Wesen der Hamas ist, Israel zu vernichten. Ihr Wesen ist die Befreiung der Palästinenser.“ Solana – der sich, wie könnte es anders sein, einen „guten Freund Israels“ nannte – ergänzte, er sei vielmehr in Sorge, weil „einige der Positionen mancher israelischer Politiker nicht die besten Rezepte sind, um die Sicherheit Israels zu gewährleisten“. Beispiel gefällig? „Ich dachte nie, dass der Bau der Sicherheitsmauer eine gute Idee ist.“ Was also tun? Verhandeln, verhandeln, verhandeln: „Mit seinen Feinden zu sprechen, ist kein Appeasement.“ Es ist wie immer: Wehe dem, der solche Freunde hat. Denn sie verstehen nicht, warum Israel sich nicht auf UN-Truppen und diplomatische Gespräche verlässt – weil sie es nicht verstehen wollen.

(siehe der Blog Lizas Welt)

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